Nachhaltigkeit als Teil unserer Geschäftsstrategie

Als Förderbank des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt die ISB die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung landesweit im Rahmen ihres gesetzlichen Förderauftrags. Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG) sind fest in ihrer Geschäfts- und Risikostrategie verankert.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie legt Handlungsfelder und Leitlinien für den Umgang mit ESG-Aspekten fest und integriert diese in unternehmerische Entscheidungen. Die Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements sind in den Nachhaltigkeitsleitlinien der ISB festgelegt. Diese werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen

Im Nachhaltigkeitsmanagement identifizieren und bewerten wir regelmäßig die für die ISB wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Ein zentrales Instrument ist die Wesentlichkeitsanalyse, die 2024 nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit durchgeführt wurde. Dabei betrachten wir sowohl die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft als auch die Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen für die langfristige Entwicklung.

Zu den zentralen Themen zählen die nachhaltige Ausgestaltung von Förder- und Finanzierungsangeboten, die Begleitung von Transformationsprozessen in Wirtschaft und Gesellschaft, Klima- und Umweltschutz, verantwortungsvolle Unternehmensführung, Personalentwicklung, Arbeitgeberattraktivität und Chancengleichheit sowie ein ressourcenschonender Geschäftsbetrieb.

Die Bewertung dieser Themen erfolgt anhand klar definierter interner Prozesse, die regulatorische Vorgaben und Erwartungen der Stakeholder berücksichtigen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für strategische Ziele, Maßnahmen und die Weiterentwicklung unseres Fördergeschäfts.

Ziele im Nachhaltigkeitsmanagement

Nachhaltigkeitsaspekte fließen systematisch in Geschäftsprozesse und den Bankbetrieb ein – gestützt durch klare Zuständigkeiten, festgelegte Maßnahmen sowie etablierter Steuerungs- und Berichtsprozesse.

Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung unserer Förder- und Finanzierungsangebote unter Einbeziehung von ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance), deren Verankerung in Geschäfts- und Entscheidungsprozessen sowie Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs. Gleichzeitig fördern wir  die Gesundheit, Arbeitssicherheit, Chancengleichheit und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung der ISB informiert transparent über wesentliche Entwicklungen, Maßnahmen und Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit.

Weitere Informationen:

Orientierung an den Sustainable Development Goals (SDGS)

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen – die Sustainable Development Goals (SDGs) – bilden einen weltweit anerkannten Orientierungsrahmen für eine sozial gerechte, ökologisch verträgliche und wirtschaftlich tragfähige Entwicklung. Als Förderbank des Landes Rheinland-Pfalz orientiert sich die ISB an diesen Zielen. Über ihr Fördergeschäft unterstützt sie Vorhaben, die zur nachhaltigen Entwicklung des Landes beitragen können.

Zu den Förderbereichen mit nachhaltiger Entwicklung zählen unter anderem

  • die Förderung von Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen,
  • die Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum,
  • die Unterstützung von Klima-, Umwelt- und Ressourceneffizienzmaßnahmen in Unternehmen,
  • die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen,
  • die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben sowie die Förderung von Existenzgründungen und innovativen Geschäftsmodellen.

SDG-Mapping in der ISB

Um potenzielle Beiträge der Förderaktivitäten zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen systematisch zu erfassen und transparent darzustellen, hat die ISB 2024 ein volumenbasiertes SDG-Mapping eingeführt. Es ordnet die Förderaktivitäten den relevanten Nachhaltigkeitszielen strukturiert zu und macht die Nachhaltigkeitsbezüge des Fördergeschäfts transparent. Das Mapping bezieht sich auf die Neuzusagen im Bereich der ISB-Eigenprogramme. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Programme wie der Aus- und Weiterbildungskredit RLP (601, 602), der Effizienzkredit RLP (603), die Förderung von selbstgenutztem Wohnraum (501, 502, 503, 505, 704, 710), die Förderung von vermietetem Wohnraum (551, 553, 558, 759, 781), die Infrastrukturfinanzierung RLP (147) sowie Kommunaldarlehen (202).

Voraussetzung für das SDG-Mapping ist ein klarer Bezug der jeweiligen Fördermaßnahme zu mindestens einem der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs). Für die Erstellung wurden unsere Förderprogramme durch das Nachhaltigkeitsmanagement zusammen mit den Fachabteilungen geprüft und denjenigen SDGs zugeordnet, die einen plausiblen Beitrag leisten können. Sofern ein Förderprogramm mehrere Nachhaltigkeitsziele adressiert, wird das zugehörige Bewilligungsvolumen auf maximal drei relevante SDGs verteilt.

Die Zuordnung erfolgt auf Programmebene und dient der transparenten Darstellung potenzieller positiver Nachhaltigkeitsbeiträge des Fördergeschäfts. Sie stellt keinen Nachweis der tatsächlich erzielten Wirkung einzelner geförderter Vorhaben dar. Mögliche Zielkonflikte oder negative Auswirkungen werden im Rahmen des SDG-Mappings nicht bewertet.

Die Ergebnisse des Mappings weisen insbesondere Förderaktivitäten mit Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen Armutsbekämpfung (SDG 1), Innovation (SDG 9), bezahlbare und saubere Energie (SDG 7), Klimaschutz (SDG 13), nachhaltige Städte und Kommunen (SDG 11) sowie weniger Ungleichheiten (SDG 10) aus. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht die Verteilung des Finanzierungsvolumens auf die einzelnen Nachhaltigkeitsziele.

Nachhaltigkeit in der Praxis

Als öffentlich-rechtliches Institut versuchen wir einen Beitrag dazu zu leisten, die Lebensbedingungen der Menschen in Rheinland-Pfalz langfristig ökonomisch, sozial und ökologisch verantwortungsvoll zu gestalten. Dies geschieht durch die Förderung der Wirtschaft, die Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen sowie die Unterstützung bei der Schaffung und Modernisierung von bezahlbarem Wohnraum.

Hierfür vergeben wir Kredite, Zuschüsse, Bürgschaften und Beteiligungen auf Grundlage von Förderprogrammen des Landes Rheinland-Pfalz, der Europäischen Union und unserer Refinanzierungspartner sowie über eigene Förderangebote.

Die eingereichten Vorhaben werden nach den Vorgaben der jeweiligen Programme und anhand definierter Förderkriterien bewertet. Je nach Förderangebot werden dabei auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise:

  • Investitionen von Unternehmen in Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Innovation,
  • Maßnahmen zur Schaffung und Modernisierung bezahlbaren Wohnraums,
  • Projekte zur Stärkung kommunaler Infrastruktur,
  • Finanzierungen im Bereich erneuerbarer Energien und Klimaschutz.

Nachfolgend stellen wir einige ausgewählte Förderbeispiele vor, die die praktische Umsetzung unserer Förderprogramme veranschaulichen.

MobiGa UG

MobiGa UG hat sich auf Herstellung von Pflanzen-Inseln in Innenstädten spezialisiert. Zusätzlich schaffen die städtischen Oasen Lebensraum für Insekten, die Temperatur in der direkten Umgebung sinkt – und das bei geringstem Platzverbrauch. Die mobilen Gärten sind problemlos überall einsetzbar, außerdem lassen sie sich gut transportieren und verschieben. Das Team von MobiGa UG hat in Forschung und Entwicklung investiert, um das System dieser Grünanlagen so pflegeleicht und langlebig – und damit nachhaltig zu gestallten.

Für die Idee und Umsetzung wurde MobiGa mittlerweile ausgezeichnet: Das Team hat den zweiten Platz im ISB-Technologiewettbewerb SUCCESS 2023 gewonnen.

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FZ-Recycling GmbH & Co. KG

Das Unternehmen FZ-Recycling GmbH & Co. KG hat eine Anlage entwickelt, in der Styropor zur Wiederverwertung komprimiert wird. In dieser Anlage wird der expandierte Polystyrol (bekannt als Styropor) extrem verdichtet. Am Ende bleibt ein fester Block, der nur noch ein Fünfzigstel des Platten-Volumens hat: Die Materialblöcke wiederum lassen sich einfach auf Paletten stapeln und abtransportieren. Dadurch kann das Material sortenrein für die Wiederverwertung vorbereitet werden. Das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens ist, dass das Verdichten direkt auf der Baustelle vorgenommen werden kann. 

Mit diesem Konzept belegte FZ-Recycling GmbH & Co. KG 2020 den dritten Platz beim ISB-Technologiewettbewerb SUCCESS.

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Greenable GmbH

Greenable GmbH entwickelte eine Software, die den Carbon-Footprint von Produkten einfach und automatisiert berechnet und somit die Umweltbilanzierung von Unternehmen zukunftsfähig macht. Immer mehr mittelständische Unternehmen müssen sich mit dem Thema Footprint von Ihren eigenen Produkten und Komponenten auseinandersetzen. Zusätzlich können Unternehmen Ihre eigene Umweltbilanz aufstellen. Die Software greift auf vorhandene Daten des Unternehmens, aber auch auf Datenbanken zurück, die in der Software hinterlegt sind.

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Genossenschaft ZukunftsRaum eG

Die Genossenschaft ZukunftsRaum eG setzt mit ihrer genossenschaftlichen Idee des gemeinschaftlichen und zugleich ressourcenschonenden Wohnens bewusst auf gebrauchte Immobilien aus dem Bestand. Es sollen nicht mehr Flächen versiegelt und bebaut werden, sondern die Flächen genutzt werden, die ohnehin schon bebaut sind. Die Immobilien werden saniert und umgebaut, die neu entstehenden Wohneinheiten bewusst klein gehalten, Gemeinschaftsräume werden geteilt und so die vorhandene Fläche effizienter genutzt.

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Gemeinde Büchel

Büchel ist eine kleine Gemeinde in der Eifel mit 1.200 Einwohnern. Für die anstehenden Sanierungen der öffentlichen Gebäude standen der Gemeinde keine Mittel zur Verfügung. Da die Gemeinde von vielen Feldern umgeben ist, entstand die Idee, Solarstrom zu erzeugen. Das Projekt wurde durchgerechnet und für machbar befunden. Die PV-Anlage ist seit 2023 in Betrieb und bringt der Gemeinde Einnahmen für den eingespeisten Strom.

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Nachhaltige Finanzierung durch länderübergreifenden Social Bond

Mit der Motivation „Nachhaltigkeit endet nicht an Ländergrenzen“ hat die ISB gemeinsam mit den Investitionsbanken aus Brandenburg und Hamburg einen Social Bond in Höhe von 500 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 7 Jahren emittiert. Dieser länderübergreifende Bond wurde mit dem Environmental Finance´s Bond Award als „Social bond of the year – financial institution“ ausgezeichnet.

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