ISB stellt Jahresabschluss 2015 vor: 2,0 Milliarden Euro Fördersumme für das Land Rheinland-Pfalz

Jahresergebnis mit 3,1 Millionen Euro zufriedenstellend, Wohnraumförderung um über 30 Prozent erhöht, neue Programme der Wirtschaftsförderung werden angenommen

Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes, Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Stephan Weinberg, Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes (v.l.n.r.), Bildnachweis: ISB/Kristina Schäfer.

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) blickt auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2015 zurück. Die Förderbank des Landes Rheinland-Pfalz hat mit einer Fördersumme in Höhe von 2,0 Milliarden Euro im Jahr 2015 Unternehmen, Kommunen, Investoren und Privatpersonen gefördert.
 
Im Geschäftsjahr 2015 habe die ISB zeigen können, dass sie von den Hausbanken zunehmend als Risikopartnerin wahrgenommen werde, erklärte Finanzstaatssekretär und Verwaltungsratsvorsitzender der ISB, Dr. Stephan Weinberg, anlässlich der Bilanzpressekonferenz. „In der andauernden Niedrigzinsphase schaffen Zinssubventionen der Förderbank keine Mehrwerte“, so Weinberg. Der Fokus der Förderbank liege weiterhin auf der Wirtschafts-, Struktur- und Wohnraumförderung in Rheinland-Pfalz.
 
Auch Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB, zeigte sich mit dem Jahresergebnis zufrieden und wies in Hinblick auf die Niedrigzinsphase und die aufsichtsrechtlichen Bedingungen auf die stabile Finanzlage der Förderbank hin: „Mit einem Eigenkapital von 232,2 Millionen sind wir gut aufgestellt.“ Das Zinsergebnis fiel aufgrund des allgemeinen Zinsniveaus sowie von Einmaleffekten von 20,4 Millionen Euro auf 17,6 Millionen Euro. Die Bilanzsumme sank leicht von 10,3 Milliarden Euro auf 10,1 Milliarden Euro im Jahr 2015 ab. „Wir haben planmäßig das Neugeschäft im Kommunalkreditgeschäft nur im Rahmen des Tilgungsaufkommens getätigt, daher der Rückgang im Darlehensgeschäft“, erklärte der Vorstandssprecher.
 
„Der Jahresüberschuss von 3,1 Millionen Euro entspricht unseren Erwartungen“, erklärte Dexheimer. Der Jahresüberschuss der ISB wird in vollständiger Höhe dem Eigenkapital der ISB zugeführt. „Damit stärkt die Landesregierung die Zukunftsfähigkeit und finanzielle Eigenständigkeit der ISB und schafft die Basis für zusätzliches Fördergeschäft in Rheinland-Pfalz“, betonte Weinberg.
 
Finanzstaatssekretär Dr. Weinberg verwies als Beispiel für das zufriedenstellende Jahresergebnis auf den Anstieg der Wohnraumförderung sowie das erfolgreiche Venture-Capital-Geschäft. Zudem zeige sich die Kostendisziplin der ISB in den gesunkenen Sach- und Personalkosten, ergänzte Dexheimer.
 
Wohnraumförderung: Verstärkte Förderung von Mietobjekten und Wohneigentum

Die Wohnraumförderung stieg im Fördervolumen um 31 Prozent an: Mit 1.654 Zusagen erreichte das Gesamtvolumen 87,8 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 66,9 Millionen Euro mit 1.183 Zusagen. „Im Jahr 2015 konnten wir über 1.000 Familien zu einem Zuhause verhelfen. Für Eigenheimbesitzer haben wir eine neue Darlehensvariante mit 30-jähriger Zinsfestschreibung entwickelt; damit bieten wir den Eigentümern langfristige Sicherheit“, erklärte Dexheimer. Im Mietwohnungsbau konnte die Förderbank die Zahl der geförderten Wohneinheiten von 346 auf rund 450 bei einem Fördervolumen von 20,8 Millionen Euro (im Jahr 2014: 18,2 Millionen Euro) erhöhen.

Wirtschaftsförderung: Neue Programme gestartet

Im Bereich der Wirtschaftsförderung blickt die ISB im Jahr 2015 auf einen Rückgang der Fördervolumina auf 2,0 Milliarden Euro (im Vorjahr 3,3 Milliarden Euro) um 39 Prozent bei einer Stückzahl von 1.615 (Vorjahr 2.416) zurück. Aufgrund der aktuellen Konjunkturlage und der guten Liquiditätsausstattung der Hausbanken reagiert der Markt auf die Förderinstrumente der ISB verhalten. Die Einführung der von der Europäischen Investitionsbank
(EIB) refinanzierten Programme im November 2015 verlief dennoch planmäßig. „Wir haben unsere Programme an die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen angepasst, bieten eine hohe Flexibilität der Laufzeiten und Tilgungsvarianten. Wir erwarten einen gute Positionierung auf dem Markt“, so Dexheimer.

Mit 79,8 Millionen Euro bei 393 Zusagen förderte die ISB dabei Unternehmen aus dem Mittelstand; damit ging das Fördervolumen um 63 Prozent zurück. Mit der Förderung durch die ISB wurden in Rheinland-Pfalz zielgerichtet Unternehmen des Mittelstandes und der Kommunen finanziell unterstützt; so konnten im Bilanzjahr 2015 rund 5.500 Dauerarbeitsplätze erhalten und rund 620 neu geschaffen werden.
 
Venture-Capital-Geschäft: Über 120 Unternehmen im Portfolio

Einen hohen Anstieg konnte der Venture-Capital-Bereich der ISB verzeichnen: Die Zahl der neuen Beteiligungen stieg im Jahr 2015 von 58 auf 94 um 62 Prozent. Dies entspricht einem gestiegenen Fördervolumen von 7,4 Millionen Euro auf 10,2 Millionen Euro. Insgesamt betreuen die Venture-Capital-Gesellschaften der ISB mehr als 120 junge Unternehmen in Rheinland-Pfalz. „Diese hohe Zahl an Portfolio-Unternehmen unterstreicht die Bedeutung unseres Engagements für die Verbesserung der Wirtschaftsstruktur, anspruchsvoller  Arbeitsplätze sowie zur Förderung innovativer Start-ups“, erläutert Vorstandssprecher Dexheimer. 

Gesamtbeurteilung und Ausblick

Der ISB-Vorstand sowie der Verwaltungsrat zeigten sich trotz der gesunkenen Neugeschäfts mit der Geschäftsentwicklung zufrieden.

Den Bau und die Modernisierung von Wohnimmobilien wird das Förderinstitut auch weiter stärken und damit die Landesregierung unterstützen, ihr erklärtes Ziel von 4.200 sozialen geförderten Mietwohnungen in diesem Jahr zu erreichen. „Dazu bietet die ISB seit Anfang des Jahres Darlehen mit Tilgungszuschuss von bis zu 20 Prozent an, um es privaten und gewerblichen Investoren zu erleichtern, neue bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen“, so Staatssekretär Dr. Weinberg.

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