Kreditklemme war gestern: Investieren und Finanzieren in Niedrigzinszeiten

Mittelstand über Lage an Finanzmärkten und Fördermöglichkeiten informiert

Die anhaltende Niedrigzinsphase bietet Unternehmen hervorragende Bedingungen für Investitionen – dennoch sind gerade mittelständische Betriebe trotz wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche oftmals zögerlich. In einer gemeinsamen Veranstaltung analysierten die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie die Westerwald Bank eG die aktuelle Situation an den Finanzmärkten und stellten zeitgemäße Möglichkeiten der Mittelstandsförderung vor.  

Ursächlich für die anhaltende Niedrigzinsphase ist die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die erst kürzlich bekräftigte, ihren niedrigen Leitzins bis mindestens Mitte 2019 beibehalten zu wollen. Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt erläuterte, was dieses Szenario für die Finanzierung mittelständischer Vorhaben bedeutet: „Der Zeitpunkt für Investitionen ist günstig – Unternehmen können sich jetzt bei anhaltend guter Auftragslage zu guten Bedingungen zukunftsorientiert aufstellen. Von daher lohnt sich das Gespräch mit der Hausbank – und mit der Förderbank des Landes, um zu prüfen, in welchem Maße Investitionen über die Förderangebote des Landes weiter erleichtert werden können.“

Niedrige Zinsen und günstige Kredite sind jedoch lediglich eine Facette der Mittelstandsfinanzierung – die Vielfalt der Instrumente und Mittel ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Einige davon wurden dem Publikum in einer Best-Practice-Talkrunde anhand des Beispiels der Römertopf Keramik GmbH aus Ransbach-Baumbach vorgestellt, die ihre Produkte auf allen fünf Kontinenten vertreibt. „Mittelstandsfinanzierung ist insbesondere die Finanzierung des individuellen Bedarfs, die Beachtung der persönlichen Umstände des Unternehmers beziehungsweise der Unternehmerfamilie. Nur so kann sie passgenau und effizient sein“, erklärte Westerwaldbank-Vorstandssprecher Wilhelm Höser die Herangehensweise seines Hauses.  

Auch Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB, begrüßte eine enge Zusammenarbeit von Mittelständlern und Hausbanken: „Viele Unternehmen tätigen nur dann notwendige Investitionen, wenn ihr Eigenkapital dazu ausreicht und sie ohne Fremdfinanzierung auskommen. Angesichts tief greifender Veränderungen wie Digitalisierung, demografischer Wandel und Fachkräftemangel eröffnen Außenfinanzierungen jedoch einen viel größeren Spielraum.“ Die ISB unterstütze Unternehmen und Banken mit einer Vielzahl von Förderinstrumenten und -programmen dabei, die unternehmerischen wie finanziellen Risiken zu mindern.

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Claudia Belz
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