ISB legt 2017 im klassischen Fördergeschäft zu

- Fördervolumen um insgesamt 19 Prozent erhöht

- Jahresüberschuss fast in Vorjahreshöhe

- Niedrigzinsphase und regulatorische Kosten drücken Gewinn

- 18 Prozent mehr Wohneinheiten gefördert

Dr. Ulrich Link, Finanzstaatssekretär Dr. Stephan Weinberg, Ulrich Dexheimer

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hat im vergangenen Jahr im Rahmen der Wirtschafts- und Wohnraumförderung mit einem Volumen von 417,1 Millionen Euro (+ 19 Prozent) insgesamt 2.841 Zusagen (+ 3 Prozent) ausgesprochen. Die Bilanzsumme hat die landeseigene Förderbank nach den vorläufigen Zahlen geplant um ca. 1,0 Milliarden Euro auf 9,1 Milliarden Euro zurückgefahren.

Der Verwaltungsratsvorsitzende der ISB, Finanzstaatssekretär Dr. Stephan Weinberg, unterstrich anlässlich der Pressekonferenz zum Jahresauftakt, dass das Förderergebnis zeige, „welch unverzichtbaren Beitrag zur robusten Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft und zur Schaffung und Erhaltung bezahlbaren Wohnraums die ISB im Land leistet.“ Die Förderbank sei im schwierigen Marktumfeld stabil aufgestellt.

„Vor allem langen Laufzeiten und Zinsbindungen kommen derzeit eine hohe Bedeutung zu“, ergänzte ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer. Die ISB sei gerade in Niedrigzinszeiten verlässliche Partnerin bei der Umsetzung der Förderprogramme. Als Förderbank sehe die ISB ihre Aufgabe in der verstärkten Risikoübernahme und agiere wettbewerbsneutral.

Wohnraumförderung

Im Bereich der Finanzierung von Wohnraum stieg das Förderergebnis um 21 Prozent. Insgesamt förderte die ISB im Jahr 2017 2.190 Wohneinheiten (+ 18 Prozent) mit einem Volumen von 160,8 Millionen Euro. Im Rahmen der ISB-Darlehen Wohneigentum hat die Förderbank Kredite in Höhe von 89,9 Millionen Euro vergeben (+ 15 Prozent) und damit 1.254 Wohneinheiten gefördert – über 160 junge Familien mehr als im Vorjahr. „Die im September vergangenen Jahres umgesetzten Verbesserungen in der Wohneigentumsförderung werden sehr gut angenommen“, sagte Weinberg. Zu den Neuerungen gehörten eine Verbilligung der ISB-Zinssätze, die Einführung von Tilgungszuschüssen sowie die Anhebung der Förderhöchstbeträge.

Das Fördervolumen im Rahmen bezahlbaren Mietwohnraums ist im Geschäftsjahr 2017 um 13 Prozent gestiegen. Mit Darlehen in Höhe von 53,2 Millionen Euro realisierte die ISB die Schaffung und Modernisierung von 719 Wohnungen (+ 7 Prozent). Es wurden Tilgungszuschüsse für den Neubau von Mietwohnungen in Höhe von 10,6 Millionen Euro (+ 64 Prozent) gewährt; hinzu kommen im Jahr 2017 neu eingeführte Tilgungszuschüsse für die Modernisierung von Mietwohnungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro. „Für Wohnungsbaugesellschaften und private Investoren sind die Rahmenbedingungen für Investitionen in den sozialen Wohnungsbau optimal“, so Weinberg.

Wirtschaftsförderung

Im Bereich der Wirtschaftsförderung verzeichnet die ISB im Jahr 2017 einen Anstieg der Fördervolumina um 39,1 Millionen Euro auf 256,3 Millionen Euro bei 1.410 Förderzusagen (Vorjahr 1.504). „Trotz der Investitionszurückhaltung und des niedrigen Zinsniveaus ein stabiles Ergebnis; das zeigt, dass die Wirtschaftsförderinstrumente der ISB die Bedarfe der Kunden erfassen und wir Wachstumsimpulse für die rheinland-pfälzische Wirtschaft geben“, erläuterte Dexheimer. Rund 13.800 Arbeitsplätze wurden gesichert und rund weitere 1.000 geschaffen.

Die Investitions- und Betriebsmitteldarlehen für Existenzgründungen und den Mittelstand befinden sich weiterhin auf Wachstumskurs: Mit einem Volumen in Höhe von 195,1 Millionen Euro (+ 14 Prozent) sagte die ISB 697 Darlehen (+ 16 Prozent) zu. Davon wurden 34,8 Millionen Euro bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) refinanziert. Die ISB arbeitet mit der EIB zusammen, um Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen sowie Mid-Cap-Unternehmen mit sehr günstigen Refinanzierungen flexibel zu unterstützen, Investitionen in Infrastruktur zu ermöglichen und eine nachhaltige Kommunalentwicklung zu fördern.

Die im Rahmen der Förderperiode des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) von der ISB umgesetzten Programme wurden sehr gut angenommen. In der Investitionsförderung gewährte die ISB Zuschüsse in Höhe von 26,4 Millionen Euro (Vorjahr 23,9 Millionen Euro); in der Technologie- und Innovationsförderung sowie den übrigen Zuschussprogrammen 4,2 Millionen Euro (Vorjahr 2,6 Millionen Euro).

Mit 94 neuen Beteiligungen an jungen Unternehmen (Vorjahr 99) bleibt das Beteiligungsgeschäft der ISB konstant auf hohem Niveau; es wurden Beteiligungen in Höhe von 14,5 Millionen Euro zugesagt (Vorjahr 9,5 Millionen Euro, + 54 Prozent). „Die ISB ist die maßgebliche Finanziererin von jungen innovativen Start-ups in Rheinland-Pfalz. Hierdurch schaffen wir hochwertige Arbeitsplätze, leisten durch unser Engagement einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur und unterstützen die Digitalisierung im Land“, sagte Dexheimer. Über 13 Tochtergesellschaften stellt die Förderbank bereits während der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen Eigenkapital zur Verfügung und unterstützt bei der Gründung, dem Wachstum und der Entwicklung zu einem gesunden Unternehmen.

Mit der Absicherung durch Bürgschaften hilft die Förderbank den Hausbanken, vor allem Sprunginvestitionen und Übernahmen darzustellen. Die Steigerung um 49 Prozent auf 16,1 Millionen Euro zeigt den Bedarf und die Wichtigkeit der ISB in diesem Segment.

Kommunalfinanzierungen

Im Jahr 2017 hat die ISB wie geplant weniger Geld für Kommunen bereitgestellt: Aufgrund geringerer Nachfrage und niedrigerer angefragter Beträge hat sich das Neugeschäft auf rund 582,2 Millionen Euro (Vorjahr 1,5 Milliarden Euro) mit 163 Zusagen (Vorjahr 317 Zusagen) deutlich verringert. „Wir verspüren eine gewisse Sättigung des Marktes, zudem haben wir den Rückgang des Neugeschäftes im Bereich der Kommunalkredite bewusst gesteuert“, erläuterte Dexheimer. Für rheinland-pfälzische Kommunen wurde kein Antrag abgelehnt. Die ISB konzentriere sich bei der Vergabe von Krediten auf Kommunen im Land.

Ausblick

Im Segment der Wohneigentumsförderung rechnet die Förderbank aufgrund der im September vergangenen Jahres verbesserten Programme mit einem weiter steigenden Neugeschäft. Auch hat bezahlbarer Mietwohnraum in den Ballungsgebieten weiterhin Priorität; hier rechnet die ISB ebenfalls mit erhöhter Nachfrage. „Wir haben derzeit Anträge von mehr als 60 Millionen Euro für über 700 Wohneinheiten in Bearbeitung. Der Antragseingang in den ersten vier Wochen ist ungebrochen“, so Dexheimer.

In der Wirtschaftsförderung erwartet die ISB vor dem Hintergrund der konjunkturellen Lage und des Niedrigzinsniveaus ein konstantes Neugeschäft. Dem Beteiligungsgeschäft zur Unterstützung junger Unternehmen kommt vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der Position von Rheinland-Pfalz als Technologiestandort nach wie vor eine große Bedeutung zu.

„Die ISB ist gut aufgestellt und kann den Anforderungen ihrer Kunden und des Marktes gerecht werden“, so Weinberg. Um diese Aufgaben auch perspektivisch für das Land zu erfüllen, wollen Träger und Vorstand im Rahmen eines Zukunftskonzeptes strategische Optionen eruieren und prüfen. Als Förderbank stehe nicht die Maximierung des Gewinns im Fokus, sondern die bedarfsgerechte Bereitstellung von Fördermitteln.

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Claudia Belz
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