Geschäftsjahr 2017: ISB steigert Fördervolumen

• Fördervolumen um insgesamt 19 Prozent erhöht

• Jahresüberschuss fast in Vorjahreshöhe

• 18 Prozent mehr Wohneinheiten gefördert

• 25 Jahre Wirtschaftsförderung durch die ISB

Bildnachweis: ISB

Ein auf 417,1 Millionen gestiegenes Volumen in der Wirtschafts- und Wohnraumförderung, 18 Prozent mehr geförderte Wohneinheiten und eine hohe Nachfrage nach Venture-Capital-Beteiligungen prägten das Geschäftsjahr 2017 der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Mit einem Jahresüberschuss von 2,6 Millionen Euro (Vorjahr: 2,8 Millionen Euro) hat die ISB ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht. „Die ISB hat sich in einem schwierigen Marktumfeld mit lang anhaltender Niedrigzinsphase und hohen administrativen Kosten bewährt und ein gutes Ergebnis erzielt“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende, Finanzstaatssekretär Dr. Stephan Weinberg, anlässlich der Bilanzpressekonferenz der ISB in Mainz.
 
Ulrich Dexheimer, Sprecher des ISB-Vorstandes bekräftigte, „dass die ISB aufgrund des von 15,4 Millionen Euro auf 19,1 Millionen Euro gestiegenen Zinsergebnisses und stabiler Risikolage ein erfreuliches Jahresergebnis 2017 erreicht hat und für qualitatives Wachstum steht.“ Die Bilanzsumme ist planmäßig um eine Milliarde Euro auf rund 9,2 Milliarden Euro gesunken. Der moderat gestiegene Personalaufwand in Höhe von 21,4 Millionen Euro (Vorjahr 20,8 Millionen Euro) resultiert aus höheren Aufwendungen für die Altersvorsorge. Mit einer Kernkapitalquote von 16,67 Prozent (Vorjahr: 15,57 Prozent) werden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen übertroffen.
 
Der Jahresüberschuss 2017 wird – wie in den Vorjahren – nicht dem Landeshaushalt zugeführt, sondern verbleibt in der Bank. Hierdurch steigt das Eigenkapital von 242,8 Millionen Euro auf 245,4 Millionen Euro. „Mit dieser Politik stärkt die Landesregierung die finanzielle Eigenständigkeit der ISB und schafft die Basis für zusätzliches Kreditgeschäft in Rheinland-Pfalz“, betonte Weinberg.
 
Weinberg nutzte die Gelegenheit für einen Rückblick auf 25 Jahre Wirtschaftsförderung durch die ISB: „Die Gründung der ISB im Jahr 1993 ermöglichte die langfristige und nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts Rheinland-Pfalz mit einer flexiblen und innovativen Wirtschaftsförderung.“ In der Zeit ihres Bestehens habe die Förderbank rund 72.000 Projekte von knapp 65.500 Unternehmen mit einem Volumen von 30,1 Milliarden Euro gefördert und somit mehr als 85.000 Arbeitsplätze geschaffen und rund 368.000 gesichert. „Seit der Fusion mit der Landestreuhandbank Rheinland-Pfalz im Jahr 2012 gewährleistet die ISB Wirtschafts- und Wohnraumförderung aus einer Hand“, so Weinberg weiter.
 
Wirtschaftsförderung
Im Bereich der Wirtschaftsförderung verzeichnet die ISB im Jahr 2017 einen Anstieg der Fördervolumina um 39,1 Millionen Euro auf 256,3 Millionen Euro bei 1.410 Förderzusagen (Vorjahr 1.504). „Die hohe Nachfrage nach den Förderprodukten zeigt, dass die Wirtschaftsförderinstrumente der ISB die Bedarfe der Kunden erfassen und wir Wachstumsimpulse für die rheinland-pfälzische Wirtschaft geben“, betonte Dexheimer. Rund 13.800 Arbeitsplätze wurden gesichert und rund weitere 1.000 geschaffen.
 
Die Investitions- und Betriebsmitteldarlehen für Existenzgründungen und den Mittelstand befinden sich weiterhin auf Wachstumskurs: Mit einem Volumen in Höhe von 195,1 Millionen Euro (+ 14 Prozent) sagte die ISB 697 Darlehen (+ 16 Prozent) zu. Die im Rahmen der Förderperiode des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) von der ISB umgesetzten Programme wurden sehr gut angenommen: Die ISB gewährte Zuschüsse in Höhe von 30,6 Millionen Euro (Vorjahr: 26,5 Millionen Euro).
 
Mit 94 neuen Beteiligungen an jungen Unternehmen (Vorjahr 99) bleibt das Beteiligungsgeschäft der ISB konstant auf hohem Niveau; es wurden Beteiligungen in Höhe von 14,5 Millionen Euro zugesagt (Vorjahr 9,5 Millionen Euro, + 54 Prozent). „Per 31. Dezember 2017 hat die ISB 140 Beteiligungsunternehmen im Bestand“, erläuterte Dexheimer.
 
Mit der Absicherung durch Bürgschaften hilft die Förderbank den Hausbanken, vor allem Sprunginvestitionen und Übernahmen darzustellen. Die Steigerung um 49 Prozent auf 16,1 Millionen Euro zeigt den Bedarf und die Wichtigkeit der ISB in diesem Segment.
 
Wohnraumförderung
Insgesamt förderte die ISB im Bereich der Finanzierung von Wohnraum im Jahr 2017 2.190 Wohneinheiten (+ 18 Prozent) mit einem Volumen von 160,8 Millionen Euro (+ 21 Prozent). Im Rahmen der ISB-Darlehen Wohneigentum hat die Förderbank Kredite in Höhe von 89,9 Millionen Euro vergeben (+ 15 Prozent) und damit 1.254 Wohneinheiten gefördert – über 160 junge Familien mehr als im Vorjahr. „Die im September vergangenen Jahres umgesetzten Verbesserungen in der Wohneigentumsförderung werden sehr gut angenommen“, sagte Weinberg. Zu den Neuerungen gehörten eine Verbilligung der ISB-Zinssätze, die Einführung von Tilgungszuschüssen sowie die Anhebung der Förderhöchstbeträge.
 
Das Fördervolumen im Rahmen bezahlbaren Mietwohnraums ist im Geschäftsjahr 2017 um 13 Prozent gestiegen. Mit Darlehen in Höhe von 53,2 Millionen Euro realisierte die ISB die Schaffung und Modernisierung von 719 Wohnungen (+ 7 Prozent). Es wurden Tilgungszuschüsse für den Neubau von Mietwohnungen in Höhe von 10,6 Millionen Euro (+ 64 Prozent) gewährt; hinzukommen im Jahr 2017 neu eingeführte Tilgungszuschüsse für die Modernisierung von Mietwohnungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro.
 
Kommunalfinanzierungen
Das Neugeschäft mit Kommunen ist im Jahr 2017 geplant aufgrund geringerer Nachfrage und niedrigerer angefragter Beträge auf rund 582,2 Millionen Euro (Vorjahr 1,5 Milliarden Euro) mit 163 Zusagen (Vorjahr 317 Zusagen) zurückgegangen.
 
Ausblick
Im Segment der Wohneigentumsförderung rechnet die Förderbank mit einem weiter steigenden Neugeschäft. Auch hat bezahlbarer Mietwohnraum in den Schwarmstädten und deren Einzugsgebieten weiterhin Priorität; hier rechnet die ISB ebenfalls mit erhöhter Nachfrage. „In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres hat die ISB insgesamt 1.170 Wohneinheiten mit 91,3 Millionen Euro gefördert, weitere Anträge in Höhe von 56,2 Millionen Euro für 776 Wohneinheiten sind derzeit in Bearbeitung“, so Weinberg.
 
In der Wirtschaftsförderung erwartet die ISB vor dem Hintergrund der konjunkturellen Lage und des Niedrigzinsniveaus ein konstantes Neugeschäft. Das Beteiligungsgeschäft nimmt neben den klassischen Instrumenten weiterhin eine bedeutende Rolle ein, um innovative Start-ups und junge Unternehmen mit Eigenkapital auszustatten.
 
„Es wird auch künftig die Aufgabe der ISB sein, den rheinland-pfälzischen Unternehmen, Kommunen und privaten Haushalten als Finanzierungspartnerin zur Seite zu stehen“, sagte Weinberg. Mit ihren rund 290 Beschäftigten sei die Förderbank gut aufgestellt, um die Programme umzusetzen und den anstehenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.

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Claudia Belz
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