Wohnstandort Rheinland-Pfalz: Ministerium der Finanzen und ISB präsentieren Wohnungsmarktbeobachtung 2018

Die Zahl der Baugenehmigungen, ein Indikator für die künftige Bautätigkeit, nahm 2017 ab, lag aber immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Gleichzeitig hat die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr zugenommen. Zwar ging damit eine leichte Entlastung der Wohnungsmärkte einher; der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten besteht allerdings aufgrund des Bevölkerungszuwachses im Land weiterhin. Diese und weitere Erkenntnisse liefert die aktuelle „Wohnungsmarktbeobachtung Rheinland-Pfalz“, die vom Ministerium der Finanzen gemeinsam mit dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Mainz vorgestellt wurde.

 

„Einen politischen Schwerpunkt setzt die Landesregierung auf gutes Wohnen in Stadt und Land. Mit unseren Fördermaßnahmen und Projekten zeigen wir, dass sich die Schaffung von Wohnraum in den Ballungsräumen und die Förderung von Ortskernen und dem Wohnen in Dörfern nicht ausschließen. Für eine erfolgreiche Wohnungspolitik brauchen wir Statistiken und Prognosen, um unsere wohnungspolitischen Instrumente gezielt und treffsicher auszugestalten und einzusetzen. Die aktuelle Wohnungsmarktbeobachtung zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind: Der Wohnungsbestand in unserem Land ist gestiegen. Vor allem zur Entlastung der Schwarmregionen ist dieser zusätzliche Wohnraum besonders wichtig. An der Wohnungsmarktbeobachtung sehen wir aber auch die positiven Effekte auf Landkreise, die bislang mit Leerständen vor allem in den Ortskernen zu kämpfen hatten. Immer mehr Bauherren entscheiden sich durch die attraktive Förderung, vorhandene Immobilien zu sanieren statt neu zu bauen. So kann in vielen Regionen der Leerstand deutlich verringert werden“, sagte die Ministerin.

 

Baugenehmigungen und Baufertigstellungen auf hohem Niveau

 

Die Entwicklung der Baugenehmigungen deutet darauf hin, dass in nächster Zeit mit einer nachlassenden Neubauaktivität zu rechnen ist. „Im vergangenen Jahr genehmigten die zuständigen Bauaufsichtsbehörden in den kreisfreien Städten etwa 3.000 und in den Landkreisen gut 10.400 Neubauwohnungen. Deutlich über dem landesweiten Durchschnitt von 3,3 Wohnungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner lag die kreisfreie Stadt Landau mit 7,4 Baugenehmigungen, der geringste Wert ergab sich für die kreisfreie Stadt Frankenthal und den Landkreis Birkenfeld mit jeweils 1,5 Wohnungen“, führte Marcel Hürter, Präsident des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, aus. Einen Zuwachs habe es im vergangenen Jahr bei den Baufertigstellungen gegeben. Im Vergleich zu 2016 ließ die Wohnungsbautätigkeit nur in den kreisfreien Städten nach; in den Landkreisen habe die Zahl der Baufertigstellungen um 0,2 Wohnungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner zugenommen.

 

Bezahlbarer Wohnraum nachgefragt

 

War die Bevölkerungsentwicklung 2015 und 2016 stark durch die Zuwanderung von Schutzsuchenden aus dem Ausland nach Rheinland-Pfalz geprägt, verzeichneten 2017 mehr als ein Drittel der Verwaltungsbezirke rückläufige Einwohnerzahlen. Vor dem Hintergrund der im ersten Halbjahr 2018 gestiegenen Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien wird bezahlbarer Wohnraum weiterhin dringend benötigt. „Die Rahmenbedingungen für Investitionen in den geförderten Wohnungsbau sind mit langen Zinsfestschreibungen, Tilgungszuschüssen und niedrigen Zinsen derzeit optimal. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 haben wir mit rund 198 Millionen Euro den Neubau, den Erwerb und die Modernisierung von über 2.600 Wohneinheiten gefördert – das sind 89 Prozent mehr Wohnungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, sagte Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB.


Die Publikation „Wohnungsmarktbeobachtung Rheinland-Pfalz 2018“ ist unter www.isb.rlp.de abrufbar.

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Claudia Belz
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