Kreditklemme war gestern: Investieren und Finanzieren in Niedrigzinszeiten

Mittelstand über Lage an Finanzmärkten und Fördermöglichkeiten informiert

Die anhaltende Niedrigzinsphase bietet Unternehmen hervorragende Bedingungen für Investitionen – dennoch schrecken mittelständische Betriebe trotz wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche oft vor ihnen zurück oder möchten sie ausschließlich mit Eigenkapital stemmen. In einer Veranstaltung, die die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und die VR-Bank Südwestpfalz eG gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau durchführten, analysierten die Veranstalter die aktuelle Situation an den Finanzmärkten, wie sich diese auf die Investitionstätigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen auswirkt und welche Förder- und Finanzierungsinstrumente es in Rheinland-Pfalz gibt.

Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing brach in seinem Vortrag eine Lanze für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die in der Finanzkrise ein Verantwortungsvakuum ausgefüllt habe, welches die Regierungen der Euroländer haben entstehen lassen. Wissing wies auf die positiven Effekte für den Wirtschaftsstandort Deutschland hin, der als Hochlohn- und Hochsteuerland von den niedrigen Zinsen profitiere. Derzeit, so Wissing, verändere vor allem die digitale Technologie die Finanzbranche. „Es lohnt sich, die Entwicklungen des Marktes sowie neue, alternative Finanzierungsformen im Blick zu behalten.“

Der weitere Verlauf des Abends verdeutlichte, dass Unternehmen mittlerweile auf eine Vielzahl von Mitteln und Instrumenten zurückgreifen können. Paul Heim, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Südwestpfalz eG, stellte einige davon am Beispiel zweier regionaler Unternehmen – das Pirmasenser Hotel Restaurant Kunz sowie die KLT Karosserie-Lackiertechnik GmbH aus Zweibrücken – vor: „Für die Kunden und uns ist es wichtig, dass wir als regional verankerte Genossenschaftsbank unsere Kunden, die wir zum Großteil seit Jahren begleiten, genau kennen und wissen, wo sie stehen und welche Bedürfnisse sie haben. Im gemeinsamen Gespräch finden wir immer exakt die Lösung, die unsere Kunden weiterbringt.“

Auch Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB, begrüßte eine enge Zusammenarbeit von Mittelständlern und Hausbanken: „Viele Unternehmen tätigen nur dann notwendige Investitionen, wenn ihr Eigenkapital dazu ausreicht und sie ohne Fremdfinanzierung auskommen. Angesichts tief greifender Veränderungen wie Digitalisierung, demografischer Wandel und Fachkräftemangel eröffnen Fremdfinanzierungen jedoch einen viel größeren Spielraum.“ Die ISB unterstütze Unternehmen und Banken mit einer Vielzahl von Förderinstrumenten und -programmen dabei, die unternehmerischen wie finanziellen Risiken zu mindern.

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Julia Isermenger
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