ISB-Unternehmerinnentag 2014: Selbstständig ist die Frau

Immer mehr Unternehmen in Deutschland werden von einer Frau geführt: Auswertungen des Statistischen Landesamtes zeigen, dass der Frauenanteil unter den Selbstständigen bei rund einem Drittel liegt; um mehr als 30 Prozent ist die Zahl der selbstständigen Frauen in den letzten zehn Jahren bis 2012 gestiegen. Welche Wege für Frauen in die Selbstständigkeit führen und was es dabei zu beachten gilt stand im Fokus des diesjährigen Unternehmerinnentags, zu dem das Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) nach Mainz einlud.
Im Talk zum Thema "Mut zum Erfolg" sagte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: "Frauen sind so gut ausgebildet wie nie zuvor. Darauf dürfen wir alle stolz sein. Wichtig ist, dass die Frauen ihr Potenzial auch erfolgreich einsetzen, sich ihrer Stärken bewusst sind und einmal mehr beweisen, dass das Unternehmertum keine reine ‚Männersache‘ ist, so wie es die große Zahl der Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen in unserem Land zeigt. Wir brauchen das Potenzial dieser gut qualifizierten Frauen für eine innovative, starke Wirtschaft."

"Weder die Familie noch das fehlende Startkapital sollten für Frauen Gründe sein, den Traum von der Selbstständigkeit nicht zu verwirklichen“, erklärte ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer in seiner Begrüßung. "Immer mehr Frauen haben den Mut und sind motiviert, ein eigenes Unternehmen zu führen, das zeigt die steigende Zahl an Unternehmerinnen." Die ISB unterstütze die Realisierung mit entsprechenden Förderprogrammen.

"Unser Selbstbild entscheidet weitgehend über unseren Erfolg", so Sabine Asgodom, Management-Trainerin, Journalistin und Autorin, im Impulsreferat über die Wege zur Unternehmerin. "Leichtigkeit schaffen wir, wenn wir Ballast wie Selbstzweifel oder einen überstrengen inneren Kritiker abwerfen. Hilfreich dabei sind das Wissen um die eigenen Stärken, die Freude am Tun, gute Beziehungen zu anderen Menschen und Dankbarkeit."

In verschiedenen Workshops konnten die rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen erweitern und das eigene Auftreten optimieren. Über Förderprogramme für Existenzgründerinnen sprachen Ralf Ludwig, Prokurist und Bereichsleiter Firmenkunden der VR Bank Mainz eG, und Michael Stieb, Leiter Ausbildungs- und Mittelstandsförderung in der ISB. Ludwig gab Tipps zur Fehlervermeidung beim Hausbankengespräch: "Wenn Sie von sich und Ihrem Geschäftskonzept überzeugt sind und Ihren Finanzbedarf kennen, haben Sie eine gute Gesprächsgrundlage." Auf Fördermöglichkeiten wies Stieb hin: "Wir unterstützen Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit mit zinsgünstigen Darlehen und bezuschussen Beratungskosten im Rahmen einer Existenzgründung."

"Selbstständig in jeder Lebensphase zu sein ist durchaus möglich", sagte SWR-Moderatorin und Unternehmerinnencoach Patricia Küll in ihrem Workshop. "Wichtig dabei ist, dass man nicht nur Augen auf das Unternehmen, die Kinder oder auf die alten Eltern hat, sondern dass man auch die eigenen Bedürfnisse im Blick hat. Nur wer weiß, wie man mit stressvollen Situationen umgeht und ausreichend 'Selfcare' betreibt, gelingt der Spagat zwischen Unternehmens- und Familienführung langfristig und mit Freude."

Das eigene Auftreten zu trainieren und souverän und überzeugend zu präsentieren war Inhalt des Workshops "Erfolgsfaktor Selbstmarketing". Business-Coach Andrea Lange: "Seiner eigenen Präferenzen sollte sich jeder bewusst sein. Um sich zu präsentieren, die eigene Marke zu transportieren und sicherzustellen, dass sie bei dem Gesprächspartner ankommt, muss dieser emotional abgeholt werden." Die Kommunikation verlaufe zu 80 Prozent auf emotionaler Ebene und nur zu 20 Prozent auf der sachlichen.

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Claudia Belz
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