Aus der Praxis: Nachhaltiges und energieeffizientes Wohnen

Informationsabend über Finanzierung und Fördermittel in Simmern

Wohngebäude sind in Deutschland immer noch der größte Energieverbraucher: Mehr als dreißig Prozent der CO2-Emissionen werden in Wohngebäuden produziert. Wie die eigene Immobilie energieeffizient modernisiert werden kann, was bei einem Neubau zu beachten ist und welche Fördermittel beantragt werden können standen im Fokus der Veranstaltung des Zentrums Baukultur Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Simmern.

"In Rheinland-Pfalz leben mehr als die Hälfte der Haushalte in den eigenen vier Wänden", sagte Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Staatssekretär des Bau- und Finanzministeriums, in seiner Begrüßung. Den Wohnungsbestand qualitativ auf hohem Niveau zu halten habe vor dem Hintergrund der gestiegenen Energiepreise nach wie vor große Bedeutung. Das Land habe es sich zur Aufgabe gemacht, die energetische Aufrüstung der Immobilienbestände intensiver zu betreiben und biete über die landeseigene ISB Fördermittel für die energetische Sanierung von selbst genutzten Wohnimmobilien an.

Bertram Fleck, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück, ergänzte: "Energieeffizienz ist der schlafende Riese, sagte schon der frühere Umweltminister Prof. Töpfer. Es gibt noch unerschöpfliche Potenziale, die es zu nutzen gilt. Mittel- bis langfristig lohnt es sich die Investition auf jeden Fall."

"Nicht immer ist eine umfangreiche energetische Modernisierung wirtschaftlich sinnvoll. Häufig kann schon mit einer kleineren Einzelmaßnahme ein wirtschaftlich spürbarer Erfolg erreicht werden", sagte Michael Back, Bereichsleiter Wohnraumförderung Markt in der ISB, in seinem Vortrag über Fördermöglichkeiten: "Mit den ISB-Darlehen unterstützen wir Modernisierungsmaßnahmen an Bestandsimmobilien bei Haushaltsgrößen von bis zu vier Personen mit bis zu 60.000 Euro." Daneben fördere die ISB den Bau oder Erwerb von Wohnimmobilien mit maximal 100.000 Euro. Zur Beantragung werde eine Förderbestätigung benötigt, die die zuständige Kreis- oder Stadtverwaltung ausstellt.

Die Leistungsfähigkeit guter Planung für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen und Sanieren thematisierte der Vizepräsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Manfred Müller: "Wie können wir unsere Lebenswelt in ihrer Qualität erhalten, gestalten und wo notwendig verändern? Dazu gehören profundes Wissen, Innovationskraft, Phantasie, Kreativität und Verantwortung in der Wahrnehmung ökologischer Belange." Energiesparen und die Dienstleistung in diesem Zusammenhang sollten in erster Linie nicht als Geschäftsidee und Geldmaschine im Interesse der Anbieter verstanden werden.

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Claudia Belz
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