Standort Rheinland-Pfalz: Tourismuswirtschaft steigert Nachfrage in anderen Branchen

Expertenrunde auf der Expo Real in München zu Möglichkeiten im Tourismussektor

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde zur Tourismuswirtschaft in RLP. ©ISB.

Mit rund 200 Millionen Aufenthaltstagen und einem Bruttoumsatz von über 7 Milliarden Euro zählt der Tourismus zu den bedeutenden Branchen in Rheinland-Pfalz und ist ein wichtiger weicher Standortfaktor im Wettbewerb um Gäste, Einwohner, Beschäftigte und Unternehmen. Über die strukturpolitische Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges diskutierten Expertinnen und Experten am Gemeinschaftsstand des Landes Rheinland-Pfalz und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) auf der in München stattfindenden Immobilienmesse Expo Real.

Der Rhein-Lahn-Kreis wartet gleich mit zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten auf. Über die Bedeutung für den Landkreis sagte Landrat Frank Puchtler: „Unsere Welterbe, Limes und Oberes Mittelrheintal, bedeuten Verantwortung für unsere Landschaft zu übernehmen und sind gleichzeitig Chance für die zukunftsorientierte, touristische Entwicklung unserer Heimat.“

Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für das Land, von dem insbesondere Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungswirtschaft profitierten, erklärte Christian Dübner, Tourismusreferent der Industrie- und Handelskammer Koblenz. „Vielversprechend für die weitere touristische Entwicklung sind die derzeitigen Neubauprojekte mit zukunftsweisenden Konzepten, die sich in Planung und Umsetzung befinden. Unsere Hotelbedarfsanalyse für die Destination Mittelrheintal prognostiziert 2.000 fehlende Betten. Für Investoren existiert hier ein großes zu erschließendes Potenzial“, so Dübner weiter.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Anforderungen der Gäste gerecht zu werden, sind Investitionen in die touristischen Betriebe unerlässlich. Darüber hinaus steigert eine starke Tourismuswirtschaft die regionale Nachfrage in anderen Sektoren wie Handel und Dienstleitungsgewerbe und macht einen Standort für Investoren attraktiv. Auch spielt Barrierefreiheit eine Rolle. „Die ISB als Förderbank des Landes unterstützt daher Investitionen von Tourismusbetrieben mit einer Vielzahl von Förderprogrammen. Investitionszuschüsse, zinsgünstige Kredite und Kreditbürgschaften – durch die Kombination passender Förderprogramme können wir Unternehmen begleiten und Projekte möglich machen“, erklärte Sibylle Schwalie, Bereichsleiterin Bürgschaften und Investitionszuschüsse der ISB.

Ein konkretes Investitionsvorhaben stellte Halil Ege, Projektleiter der Schloss Schaumburg GmbH in Balduinstein im Rhein-Lahn-Kreis, vor: „Unser Gesamtprojekt mit dem Ziel, Historisches mit der Erholung in der Natur und interessanter Gastronomie zu verbinden, ist in zwei Teile gegliedert: zum einen die Bespielung des Schlosses mit seinen fast 5.000 Quadratmetern Nutzfläche und zum anderen die Bewirtschaftung der Außenanlagen mit ca. 13 Hektar Grundfläche. Auf den schlosseigenen Gartenterrassen entsteht zurzeit neue Gastronomie, die zum Teil barrierefrei sein wird. Eine Waldhotelanlage bestehend aus komfortablen Baumhäusern wird in Kürze das Projekt abrunden und somit einen Beitrag für den Tourismussektor des Rhein-Lahn-Kreises leisten und diesen stärken.“

Auf Europas größter Messe für Immobilien und Investitionen werden in diesem Jahr auf 64.000 Quadratmetern rund 2.000 Aussteller sowie mehr als 45.000 Teilnehmer aus über 70 Ländern erwartet. Seit 1998 nutzen Fachbesucher und Aussteller die drei Messetage zum Austausch sowie zur Marktorientierung und -sondierung.
 

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