Investition in Gründer ist Investition in Zukunft

Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing hat die ersten fünf Geschäftsideen ausgezeichnet, die eine Förderung über das neue Programm „Startup innovativ“ erhalten, das sich explizit an nicht-technologische Gründer richtet.

Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing mit Raphael Rößel von Bike Evolution (Mainz), Silke Kopp von careUNITY (Mainz), Stefan Kimmel von Dog-Cloud (Irsch), Dr. Lena Müller von ParoX (Mainz) und Michael Steffen von regiocart (Trier).; © MWVLW-RLP

„Eine gute Geschäftsidee verdient eine Chance. Gründer sind die Unternehmer von morgen. Investieren wir in junge Unternehmen, investieren wir in die Zukunft unseres Landes, unseres Wirtschaftsstandortes. Ich freue mich, über den Unternehmergeist der Gründer, über die kreativen Ideen und wünsche mir, dass aus diesen kreativen Ideen spannende Unternehmen werden“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing bei der Vorstellung der fünf Gründungsideen, die sich beim ersten Wettbewerb für das neue Förder-Programm „Startup innovativ“ durchgesetzt hatten.

Ausgezeichnet wurden Bike Evolution (Mainz), careUNITY (Mainz), Dog-Cloud (Irsch), ParoX (Mainz) und regiocart (Trier).

„Mit Startup innovativ haben wir ein weiteres Kapitel in der Gründungsförderung aufgeschlagen. Erstmals hat das Land die Möglichkeit, Startups zu fördern, die keine eigene Technologie entwickelt haben, sondern ein neues Geschäftsmodell, das auf einer bestehenden Technologie fußt. Es wurde höchste Zeit, dass wir unsere Förderkulisse an die Realität  der digitalen Ökonomie anpassen“, sagte Wissing und fügte hinzu: „Wurden früher vor allem Maschinen und Gebäude gefördert, fördern wir heute auch Ideen und Konzepte.“

Der Wirtschaftsminister wies weiterhin auf die hohe Relevanz hin, die Unternehmensgründungen für einen Wirtschaftsstandort haben: „Gründungen geben unserem Wirtschaftsstandort neue Impulse. Sie sind eine Frischzellenkur für den Mittelstand. Gründer beleben mit neuen Produkten und Geschäftsideen den Wettbewerb und erhalten dadurch unsere leistungsstarke Wirtschaft“, sagte Wissing.

Die fünf Startups wurden aus rund 60 Bewerbungen nach Exzellenz-Kriterien ausgewählt. Sie können eine Förderung von 10.000 bis maximal 100.000 Euro erhalten. Die Fördermittel können breit eingesetzt werden, z.B. für die Anlaufkosten einer Gründung, die Entwicklung von Prototypen, für Muster- und Patentanmeldungen oder für Investitionen in Maschinen oder IT-Technik.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wettbewerb erhalten zudem ein kostenloses Coaching-Angebot in Form von Seminaren zu den Themen Do’s und Don’ts der Finanzierung und zu Vermarktungsfragen.

Die nächste Wettbewerbsrunde 2019/ 2020 startet Ende 2019.

Hintergrund

Die Geschäftsideen im Überblick:

Bike Evolution

Fahrrad-Suchmaschine für ambitionierte Mountainbiker

Mit Bike Evolution möchte Raphael Rößel aus Mainz die erste Adresse im Internet für ambitionierte Mountainbike-Fahrer werden. Kernstück ist eine weltweit einzigartige Fahrrad-Suchmaschine, die anhand der Angaben eines Benutzers (Körpermaße, Vorlieben) eine Liste mit passenden Fahrrädern generiert. Der Benutzer erhält individuell und abhängig von seinen gemachten Angaben für jedes beliebige Fahrrad eine graphische Dokumentation, die ihm die Ergonomie jedes Fahrrads zeigt. Das Geschäftsmodell ist auf dem Prinzip des Affiliate-Marketing-Konzepts aufgebaut. Die Suchmaschine leitet den Nutzer zu einem Händler weiter. Bei einem Kaufabschluss erhält Bike Evolution eine Vermittlerprovision. Insbesondere kleine Fahrradhändler (auch offline) und kleine Hersteller mit Direktvertrieb profitieren, da sie online eine höhere Sichtbarkeit erlangen. Die Ergonomie-Abstimmung kann zudem potentiell die Retouren geringer werden lassen. Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die Markteinführung eines innovativen, patentrechtlich geschützten Produkts, das im Zuge einer Fahrradwartung Verwendung findet.

careUNITY

Vernetzt Schulen, Unternehmen und Schüler in der Pflege

Vernetzung und digitale Lernumgebung. Mit careUNITY erschafft Silke Kopp aus Mainz eine Online-Anwendung für den Pflegebereich. careUNITY schafft erstmalig sowohl für Ausbildungsbetriebe als auch für Pflegeschulen eine gemeinsame Schnittstelle, die es ermöglicht kooperativ und digital Pflegeschüler zu begleiten. Online Tools ermöglichen eine Vernetzung aller Beteiligten. Zeitgleich schafft careUNITY eine digitale Lernumgebung für Pflegeschüler, welche ihnen bereits vor dem ersten Ausbildungstag zur Seite steht. Mit Hilfe mehrerer Gamification-Ansätzen werden Auszubildende an ein permanentes Lernen herangeführt.

Dog-Cloud

Die Cloud rund um den Hund

Alle Informationen über einen Hund an einer Stelle – das ist die Idee von Stefan Kimmel aus Irsch. Die Dog-Cloud richtet sich nicht nur an Hundebesitzer, sondern ebenso an Züchter, Turnierveranstalter, Tierheime oder Tierärzte, die vom Hundehalter die Erlaubnis für den Zugriff auf wichtige Dokumente ihres Hundes digital erhalten können. Bei einem Besitzerwechsel können mit einem Klick alle relevanten Informationen zum Hund an den neuen Besitzer übergeben.

ParoX

Parodontitis-Behandlung zu Hause unterstützen

Mit ParoX vermarktet Dr. Lena Müller aus Mainz ein selbst entwickeltes, patentiertes Konzept zur Behandlung von Parodontitis. Eine Zahnpasta in Kombination mit einer Mundspüllösung wirkt spezifisch nur gegen die Leitkeime der Parodontitis, reduziert den Biofilm auf den Zähnen, wirkt gegen Gewebeauflösende Enzyme und Bakterienprodukte und sorgt in Kombination mit den Lutschtabletten für die Milieuoptimierung im Mund. ParoX ist als ein therapiebegleitendes Multi-Target-Konzept für die dauerhafte Heimanwendung geeignet und soll helfen, die Therapieergebnisse zu verbessern.

regiocart

Anwendung für den Einstieg als Lebensmittel-Lieferdienst

Mit regiocart hat Michael Steffen aus Trier ein cloudbasiertes Vertriebssystem erdacht, das jedem unabhängigen Lebensmittelerzeuger und -fachgeschäft eine intuitive Möglichkeit bietet, einen regionalen Lieferdienst mit eigenen, bereits vorhandenen Fahrzeugen zu organisieren und diesen mit bestehenden Fahrtwegen zu verbinden. Mehr als ein GPS-fähiges, mobiles Endgerät (Smartphone oder Tablet) ist für den Einstieg ins Liefergeschäft nicht notwendig. Endverbraucher erhalten mit regiocart einen übersichtlichen, zentralen Online-Zugriff auf Lebensmittel mit vertrauenswürdiger Herkunft direkt aus ihrer Region.

KONTAKT

Susanne Keeding
06131 16-2550