Neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt

Fachkräfte sichern und halten in der Gesundheitswirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Rheinland-Pfalz. Aufgrund der wachsenden Komplexität der Aufgaben und den damit verbundenen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es immer wichtiger, Fachpersonal möglichst lange im Unternehmen zu halten und gleichzeitig neue, gut ausgebildete Beschäftigte zu gewinnen. Mit dem Ziel, den Wandel auf dem Arbeitsmarkt aktiv mitzugestalten und zu unterstützen, luden das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) nach Kaiserslautern ein. 

Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland maßgeblich davon abhänge, ob und wie die Arbeitsbedingungen in der Branche zukunftsfähig gestaltet werden. „Hierfür ist ein besseres Zusammenspiel zwischen Versorgungsgestaltung, Arbeitsorganisation und Kompetenzentwicklung der Beschäftigten erforderlich. Neue Modelle zur Kooperation zwischen den an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen, der Auf- und Ausbau multiprofessioneller Teamstrukturen sowie neue Modelle der Arbeitsorganisation zwischen Gesundheitsberufen müssen gemeinsam mit den Partnern der Pflege- und Gesundheitsversorgung thematisiert werden. Mit innovativen Maßnahmen und Projekten trägt das Arbeitsministerium dazu bei, zukunftsfähige Arbeit, ausreichende Beschäftigung und Ausbildungsplätze zu erhalten und weiter zu schaffen“, unterstrich die Ministerin.

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs für die Zukunft vieler Unternehmen der Gesundheitsbranche von zentraler Bedeutung“, so Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB. „Als Förderbank unterstützen wir diese rheinland-pfälzischen Unternehmen bei ihren Aktivitäten mit entsprechenden Förderprodukten und stehen ihnen beratend zur Seite.“

Über die „Zukunftsperspektiven einer Wachstumsbranche“ diskutierten Prof. Dr. rer. medic. Norbert Rösch (MPH), Informatik, Medizinische Dokumentation und Gesundheitsmanagement der Hochschule Kaiserslautern, Prof. Dr. Andreas J. W. Goldschmidt, Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement und Logistik sowie Geschäftsführender Leiter des Internationales Health Care Management Instituts (IHCI) der Universität Trier, Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz, und Michael Schaum, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz. „Es ist bezeichnend, dass alle Branchen der Gesundheitswirtschaft im DIHK-Report Gesundheitswirtschaft vom Herbst 2014 drei Hauptrisiken für ihre weitere betriebswirtschaftliche Entwicklung nannten: wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, Fachkräftemangel und die damit verbundenen steigenden Arbeitskosten. Hier gilt es anzusetzen", so Schaum. 

Zum Thema „Voneinander lernen: Best Practice zu Rekrutierung, Bildung und Bindung von Fach- und Führungskräften in der Gesundheitswirtschaft“ referierte Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), Andernach. Sein Fazit lautete: „Unternehmen, denen es gelingt, glaubwürdig Wertschätzung, Respekt und Perspektiven für ihre Mitarbeiter zu bieten, werden zukünftig an der Spitze stehen.“ 

Im anschließenden Talk diskutierten Rolf Schmitz, Projektleiter Europäisches Forum für Gesundheitswirtschaft (EFG), Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Trier, Werner Schmitt, zweiter Vorsitzender INCLINICA e.V. – Verein zur Förderung von Gesundheitseinrichtungen Mittelrhein-Mosel-Hunsrück, Koblenz, Dr. med. Thomas Luiz, Projektleiter Medizin am DENIT in Kaiserslautern, und Bernd Höhne, Marketingleiter der Fritz Stephan GmbH aus Gackenbach, über Perspektiven, um Fachkräfte lange im Unternehmen zu halten und gleichzeitig neue, gut ausgebildete Beschäftigte zu gewinnen. Die vielzitierte „Work-Life-Balance“ zu finden, und die körperliche und psychische Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf einem erträglichen Maß zu halten, ist im Gesundheitswesen eine ganz besondere Herausforderung und erfordert neue Lösungsansätze im betrieblichen Gesundheitsmanagement", sagte Luiz. „Um Fachkräfte in den Regionen zu gewinnen und zu binden, helfen regionale Netzwerke, in denen die unterschiedlichen Kompetenzen und Ressourcen zum Nutzen der Fachkräfte gebündelt werden können“, ergänzte Schmitt.

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