Land fördert Entwicklung zur Herstellung von Spezialpapieren

Ministerin Lemke überreicht Förderbescheid an die Cordier Spezialpapier GmbH in Bad Dürkheim

Dr. Ulrich Link, Nikolaus Benecke (Cordier), Ministerin Eveline Lemke, Konrad Klinger (Cordier) (v.l.n.r.)

Innovation bei der Herstellung von Spezialpapieren verbunden mit dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen – das ist der Weg, den die Cordier Spezialpapier GmbH aus Bad Dürkheim bei der Herstellung von hochwertigen Spezialpapieren einschlägt. Das Unternehmen plant die Entwicklung neuer, hochwertiger Faserrohstoffe aus sogenannten Hadern – Stoffabschnitte aus der Textilproduktion –, die als preisgünstige Alternative zu Faserrohstoffen aus Rohbaumwolle bei der Herstellung von Spezialpapieren Verwendung finden. Für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt erhält der Spezialist einen Zuschuss in Höhe von rund 295.000 Euro aus dem einzelbetrieblichen Innovations- und Technologieförderprogramm Rheinland-Pfalz (InnoTop), das von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums umgesetzt wird.

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke überreichte den Förderbescheid persönlich und besichtigte das Unternehmen in Bad Dürkheim. "Die Förderung innovativer Ideen und kreativer Unternehmer ist eines unserer zentralen Themen", betonte Lemke. "Wir unterstützen vor allem Ideen und Initiativen, die zu neuen Produkten und Dienstleistungen führen und die sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Wenn es dabei auch noch gelingt, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, in diesem Fall Stoffresten, mit der Innovation zu verbinden, ist das wegweisend."

Cordier ist europaweit das einzige Unternehmen, das Zellstoff für hochwertige technische Papiere aus Hadern produziert. "Wir möchten dieses Alleinstellungsmerkmal ausbauen und auf der Basis umweltschonender und energiesparender Verfahren zukünftig neue Produkte im Bereich Spezialpapiere und darüber hinaus für andere Anwendungen anbieten", erklärten die Geschäftsführer von Cordier, Konrad Klinger und Nikolaus Benecke. Geplant sei weiterhin die Herstellung eines neuartigen Faserrohstoffes, der sich aufgrund seiner größeren Faserlänge als Beimischung bei der Produktion von (Recycling-)Viskose eignet. "Verbunden mit den Neuentwicklungen können wir mittelfristig bis zu zehn Arbeitsplätze in Fertigung und Vertrieb schaffen."

Im Rahmen des Programms InnoTop werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben rheinlandpfälzischer Unternehmen gefördert, wenn es um die Entwicklung von Produkten oder Verfahren geht, die sich von routinemäßigen oder regelmäßigen Änderungen an bestehenden Produkten, Produktionslinien oder Herstellungsverfahren abheben. Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB: "Gute Ideen in marktfähige Produkte umzusetzen, ist oft kein leichter Weg. Mit dem Förderprogramm unterstützt das Land über die ISB Unternehmen in der Forschungs- und Entwicklungsphase finanziell."

Die Firmenhistorie von Cordier am Standort Bad Dürkheim reicht bis in das Jahr 1836 zurück. Rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt derzeit das Unternehmen, das 1998 aus der Verschmelzung der Papierfabriken Cordier, Schleipen und Illig’sche sowie der Kölner Baumwollbleicherei hervorgegangen ist. Die wichtigsten Produktsparten sind der Werkdruck (hochwertige Buchdruckpapiere), der technische Zellstoff 
auf Baumwollbasis und die technischen Spezialpapiere.

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Claudia Belz
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