Familienunternehmen: Tragende Säule für den Mittelstand

Finanzierung, Fachkräftemangel, Führungskräfte-Recruiting – die Herausforderungen, denen sich Familienunternehmen stellen müssen, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Im Fokus: Familienunternehmen Kaiserslautern“, zu der das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Volksbank Kaiserslautern eG und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) zur Auto Hübner GmbH in Kaiserslautern eingeladen hatte.

„Die Familienunternehmen erzielen einer Studie zufolge bundesweit 42 Prozent der Unternehmensumsätze und stellen 57 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Sie sind damit nicht nur der dominierende Unternehmenstyp in unserer Unternehmenslandschaft sondern bilden auch eine tragende Säule für Wachstum und Beschäftigung. Das ist von besonderer Bedeutung für Rheinland-Pfalz, das vom Mittelstand und seinen Familienunternehmen geprägt ist“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt.

„Familienunternehmen haben aufgrund ihrer Strukturen spezielle Anforderungen an die Finanzierung ihrer Investitionen. Damit sie Marktchancen nutzen, Innovationen schnell realisieren und den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens sichern können, bieten wir individuell zugeschnittene Finanzierungs- und Fördermodelle an“, sagte Dr. Ulrich Link, Mitglied des ISB-Vorstandes. Karl-Heinz Reidenbach, Vorstand Vermögensmanagement und Firmenkunden der Volksbank Kaiserslautern eG, ergänzte: „Bei der Finanzierung von Familienunternehmen stellen wir häufig ein besonders hohes persönliches Engagement der geschäftsführenden Personen fest.“

Mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote von 40 Prozent im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt von 29 Prozent weisen die rheinland-pfälzischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine überdurchschnittliche finanzielle Stabilität auf. Laut einer Studie der KfW liegt der Anteil investierender KMU im Land mit 36 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 42 Prozent. Über die Finanzierung von Familienunternehmen sprachen Martin Sundheimer, Bereichsleiter Firmenkunden der Volksbank Kaiserslautern eG, und Roland Wagner, Bereichsleiter Mittelstands- und Kommunalfinanzierung der ISB mit Michael Jäger von der Wessamat Eismaschinenfabrik GmbH.

Rudi Werner, Vorstandsmitglied der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz, beleuchtete die steuerlichen Fragestellungen und Gestaltungsmöglichkeiten für Familienunternehmen in Bezug auf die betriebswirtschaftliche Machbarkeit: „Solide steuerliche Gestaltungen tragen nach wie vor zum Erfolg unserer Familienunternehmen bei und sind Garant für die Zukunftsfähigkeit.“

Auch wenn die rheinland-pfälzischen kleinen und mittleren Unternehmen laut KfW mit einem Durchschnittsalter der Unternehmerinnen und Unternehmer von 49 Jahren eine im bundesdeutschen Vergleich junge Inhaberstruktur auszeichnet, ist die Nachfolgeregelung im Land ein Thema: 16 Prozent der Firmeninhaber sind älter als 60. Mit der Suche nach qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden, der frühzeitigen Planung der Nachfolgeregelung an der Unternehmensspitze sowie der Neueinstellung von geeigneten Führungskräften müssen sich Familienunternehmen befassen. Über die Möglichkeiten und Herausforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen, genau die Mitarbeiter einzustellen, die sie brauchen, diskutierten Steffen Blaga, Industrie- und Handelskammer der Pfalz, Jan Leyser, Handwerkskammer der Pfalz sowie Claus und Peter Hübner, geschäftsführende Gesellschafter der Auto Hübner GmbH.

Gabriela Jaecker, Personal- und Nachfolgeberatung für Familienunternehmen: „Die heutige Digitaltechnik ermöglicht es kleinen und mittleren Unternehmen, qualitative Bewerbungen zu erhalten und offene Positionen zeitnah erfolgreich zu besetzen.“

Im Anschluss an die Veranstaltung, die von der Volksbank Kaiserslautern eG, der IHK Pfalz, der Handwerkskammer der Pfalz sowie der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz unterstützt wurde, nutzten die über 120 Gäste die Gelegenheit zum Netzwerken und Erfahrungsaustausch.

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Claudia Belz
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