„Familienunternehmen in der Region“ in Bernkastel-Kues

Veranstaltung gibt Gelegenheit zum Austausch und stellt Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen vor

Während globale Konzerne oftmals die Berichterstattung und damit die öffentliche Wahrnehmung prägen, befinden sich de facto 90 Prozent der deutschen wie rheinland-pfälzischen Unternehmen zumindest mehrheitlich im Besitz der Familie, die zugleich die Geschicke des Unternehmens leitet. „Unsere familiengeführten mittelständischen Unternehmen sind das Rückgrat der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. Sie sind Arbeitgeber für die Menschen in der Region, zeigen soziales Engagement und entwickeln Produkte höchster Qualität. ‚Made in Rheinland-Pfalz‘ ist weltweit gefragt. Das belegt unter anderem die hohe Exportquote von Rheinland-Pfalz.

Die Familienunternehmen prägen Rheinland-Pfalz und unsere Lebensart – sie sind auf den Weltmärkten zu Hause und verlieren nie den Blick für die eigene Region“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt im Rahmen der Veranstaltung „Familienunternehmen in der Region“, die die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und die Volksbanken Raiffeisenbanken gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium in Bernkastel-Kues veranstaltete.  

Der Abend versorgte die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer nicht nur mit Tipps und Know-how, sondern gab ihnen auch Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen – beispielsweise die seit Jahren steigende Zahl europäischer wie bundespolitischer Regularien: So nähmen Dokumentations- und Meldepflichten einen immer größeren Teil des Arbeitsalltags in Anspruch, gerade kleine Betriebe könnten den Mehraufwand kaum bewältigen. Zur Unterstützung gab Alwin Kort von der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz Hinweise und Tipps, wie steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Herausforderungen beizukommen ist.

Unternehmen, die ihren Erfolg im digitalen Zeitalter sichern und von intelligenten Prozessen profitieren wollen, müssen zu Beginn oft hohe Summen, beispielsweise in Entwicklung oder Betriebsmittel, investieren. Daher stellten Experten der ISB und der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank eG in einer Talkrunde anhand von Best-Practice-Beispielen passgenaue Finanzierungen und Förderprogramme vor: „Als regional verwurzelte Bank kennen wir unsere Firmenkunden oft seit Jahren und Jahrzehnten. Wir verstehen uns als Sparringspartner in allen unternehmerischen Fragestellungen und können bei Bedarf auf die spezialisierten Leistungen eines starken genossenschaftlichen Verbundes zurückgreifen. So sprechen wir im Rahmen unseres Unternehmerdialoges neben Finanzierungsfragen auch wichtige Themen wie Mitarbeiterbindung, Vorsorge für Notfälle und Absicherung von sonstigen Risiken an“, sagte Peter van Moerbeeck, Vorstandsmitglied der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank eG mit Sitz in Wittlich.

Als Förderbank des Landes kooperiert die ISB eng mit den Hausbanken: „Familienunternehmen haben aufgrund ihrer Strukturen spezielle Anforderungen. Wir können sie an der Seite der Hausbanken mit Förderprogrammen, Krediten und Bürgschaften unterstützen, damit sie Marktchancen nicht verstreichen lassen müssen“, erklärte ISB-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Link.

Eine weitere Talkrunde ging der Frage nach, wie Familienunternehmen qualifiziertes Personal finden und an sich binden können. Karin Oster, Geschäftsführerin der Oster Dach + Holzbau GmbH und Mitglied des Wirtschaftskreis Bernkastel-Wittlich e.V. empfiehlt, das Unternehmen auf dem neuesten Stand zu halten – sowohl was Produktionsmittel als auch Arbeitsweisen anbelangt: „Wer will, dass Nachwuchskräfte ihre Zukunft im Unternehmen planen, wird sie nicht mit veraltetem Arbeitsgerät oder einem hierarchischen Führungsstil überzeugen können. Heutzutage wollen sich Mitarbeiter einbringen und Verantwortung übernehmen – wenn man sich ihren Vorschlägen öffnet und gemeinsam neue Arbeitswege entwickelt, profitiert auch das Unternehmen enorm.“

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Julia Isermenger
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