Fachkräfte gewinnen und sichern in der Branche der pflegenden Berufe

Neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt

Mit der wachsenden Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden und langfristig zu binden, sehen sich auch die Einrichtungen  der Pflegeberufe in Rheinland-Pfalz konfrontiert. Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Aufgaben und den damit verbundenen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es immer wichtiger, Fachpersonal möglichst lange im Unternehmen zu halten und gleichzeitig neue, gut ausgebildete Beschäftigte zu gewinnen. Zur Unterstützung der Unternehmen bei der aktiven Mitgestaltung des Wandels auf dem Arbeitsmarkt luden das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) Branchenvertreter zu einem Diskussions- und Informationsabend der Reihe "Neue Perspektiven am Arbeitsmarkt" nach Andernach ein.

Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte in ihrem Grußwort, dass die Fachkräftesicherung in der Pflege einen Schwerpunkt der rheinland-pfälzischen Landesregierung darstelle. Denn das Gesundheitswesen und die Pflege gehörten zu den am stärksten wachsenden Branchen am Arbeitsmarkt und gelte als Jobmotor der nächsten Jahre. Die Nachfrage nach professionellen Hilfs- und Pflegeangeboten werde durch den demografischen und sozialen Wandel weiter steigen. Demgegenüber stehen allerdings überdurchschnittliche Ausstiegsraten des Pflegepersonals in den kommenden Jahren aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Beschäftigten. "Ab 2020 wird jede dritte Pflegekraft über 50 Jahre alt sein. Die rheinland-pfälzische Fachkräftesicherungsstrategie hat daher zwei Schwerpunkte. Zum einen bauen wir die Ausbildungskapazitäten in den Pflegeberufen aus und zum anderen sorgen wir für attraktive Beschäftigungsbedingungen, damit die Beschäftigten lange gesund und motiviert im Beruf verweilen", unterstrich die Ministerin.

"Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist für die Zukunft vieler Unternehmen der Pflegebranche von zentraler Bedeutung", so Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB. "Als Förderbank unterstützen wir diese rheinland-pfälzischen Unternehmen bei ihren Aktivitäten mit entsprechenden Förderprodukten und stehen ihnen beratend zur Seite."

Über die "Wege zur nachhaltigen Fachkräftesicherung in der Pflegbranche" diskutierten Andrea Kiefer, erste Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe Regionalverband e.V., Frank Hutmacher, Landesbezirksfachbereichsleiter ver.di des Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland, Renate Stemmer, Prof. i. K. Dr. phil., Dipl.-Pädagogin, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Katholische Hochschule Mainz und Sigrun Lauermann, Leiterin Rhein-Mosel-Akademie. "Zentraler Punkt ist es, die Attraktivität des Berufes mit seinen vielfältigen Arbeitsfeldern in den allgemeinbildenden Schulen und bei den Eltern darzustellen. Oberste Priorität hat jedoch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort sowie ein den Bedarfen der Pflegebedürftigkeit angepasster Personalschlüssel, damit die Kolleginnen und Kollegen im Beruf bleiben", so Kiefer.

Zum Thema "Best Practice zu Rekrutierung, Bildung und Bindung von Fach- und Führungskräften in der Pflegebranche" referierte Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), Andernach. Sein Fazit lautete: "Unternehmen, denen es gelingt, glaubwürdig Wertschätzung, Respekt und Perspektiven für ihre Mitarbeiter zu bieten, werden zukünftig an der Spitze stehen."

Stefan Borgelt, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei Great Place to Work Deutschland unterstreicht in seinem Impulsvortrag "Gute Pflege dank guter Arbeit – Neue Wege der Personalpolitik in den Pflegefachberufen", dass sich die Arbeitgeberattraktivität und Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen über eine mitarbeiterorientierte Arbeitsplatzkultur steigern lässt.

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Katrin Kolibius
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