ISB – stabiles Förderjahr 2014

- Fördervolumen um rund 40 Prozent erhöht

- Jahresüberschuss von knapp 5 Millionen Euro

- Eigenständigkeit kontinuierlich ausgebaut

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hat im vergangenen Jahr ein gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent gestiegenes Fördervolumen von 3,37 Milliarden Euro erreicht und bleibt damit auf einem guten Kurs. Bei einer konstanten Bilanzstruktur rechnet die landeseigene Förderbank nach den vorläufigen Zahlen mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. „Das ausschließlich auf Zinssubventionen basierende Geschäftsmodell von Landesförderinstituten wird in der Niedrigzinsphase mittelfristig nicht weiterzuführen sein“, äußerte sich der ISB-Verwaltungsratsvorsitzende, Prof. Dr. Salvatore Barbaro, anlässlich der Pressekonferenz zum Jahresauftakt am Mittwoch in Mainz. „Die ISB hat frühzeitig auf die Marktsituation reagiert und sukzessive ihre Wirtschafts- und Wohnraumförderung auf Eigenprogramme umgestellt. Als Förderbank sieht sie ihre Aufgabe in der verstärkten Risikoübernahme und ist dabei ein idealer Partner, weil sie wettbewerbsneutral agiert.“

„Wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen und vorbehaltlich der Jahresabschlussprüfung ein zufriedenstellendes Jahresergebnis 2014 erreicht“, sagte ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer. Ihren Fokus habe die ISB auf der Umsetzung der Wirtschafts-, Struktur- und Wohnraumförderung in Rheinland-Pfalz.

Neugeschäft in der Wirtschaftsförderung gestiegen
Im Segment der Wirtschaftsförderung verzeichnet die ISB 2014 einen Anstieg der Fördervolumina auf 3,28 Milliarden Euro, das sind mehr als 40 Prozent als im Vorjahr, bei geringeren Stückzahlen von 2.413 (Vorjahr 3.337). Damit konnten der rheinland-pfälzische Mittelstand und die Kommunen punktgenau gefördert und etwa 1.700 Arbeitsplätze geschaffen und 20.000 gesichert werden.

Neuausrichtung der Mittelstandsfinanzierung
Im vergangenen Jahr hat die ISB die Mittelstandsförderung neu ausgerichtet und steht Hausbanken verstärkt als Risikopartner zur Verfügung. „Wir vergeben Kredite für Investitionen von Unternehmen mit einer Haftungsfreistellung in Höhe von 50 Prozent. Derzeit arbeiten wir daran, die neuen Produkte am Markt zu platzieren und zu etablieren“, erklärte Dexheimer. Das Programm werde gut angenommen.

Kommunalkredite: Neugeschäft angestiegen
Bei dem Neugeschäft mit Kommunalkrediten verzeichnet die ISB einen Anstieg von 1,95 Milliarden Euro auf 3,04 Milliarden Euro im Jahr 2014 und liegt damit auf hohem Niveau. Der Anteil von Neukrediten an rheinlandpfälzische Kommunen konnte sukzessive auf annähernd 60 Prozent erhöht werden. Die ISB steht den rheinlandpfälzischen Kommunen weiterhin als verlässlicher Partner zur Verfügung; sie hat in Rheinland-Pfalz bisher kein Neugeschäft abgelehnt.

Venture-Capital-Geschäft stabil
Das Beteiligungsgeschäft der ISB entwickelt sich weiterhin stabil: Insgesamt wurden 58 Venture-Capital-Beteiligungen an innovativen jungen Unternehmen (Vorjahr 80) mit einem Volumen von 7,4 Millionen Euro zugesagt, damit konnte die ISB weniger Zusagen als im Vorjahr, aber ansehnliche Exiterlöse verzeichnen. „Das Venture-Capital-Geschäft ist für uns ein wichtiges Segment, um innovative Unternehmen mit hochwertigen Arbeitsplätzen nach Rheinland-Pfalz zu holen beziehungsweise zu sichern“, so Dexheimer. Erneut positiv stellte sich in diesem Zusammenhang die Nachfrage nach dem Innovationsfonds Rheinland-Pfalz dar. Hier wurden Beteiligungen in Höhe von 4,9 Millionen Euro zugesagt. Damit lag das Ergebnis auf Vorjahresniveau. Der Fonds ist hälftig mit EFRE- und Landesmitteln ausgestattet.

Erfolgreiche Betriebsansiedlungen in Rheinland-Pfalz
Im Jahr 2014 konnten mehrere mittelständische Unternehmen erfolgreich in Rheinland-Pfalz angesiedelt werden, unter anderem die italienische Firma Italpannelli, die ihren ersten Standort in Deutschland im Industriepark Region Trier in Rheinland-Pfalz errichtete. Damit konnte der Standort gestärkt und weitere Arbeitsplätze im Land geschaffen werden. Eingebunden in ein Netzwerk von Ministerien, regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Kammern informiert und unterstützt die ISB Firmen, die sich in Rheinland-Pfalz niederlassen möchten.

Konstantes Neugeschäft in der Wohnraumförderung
Im Bereich der Finanzierung von Wohnraum blieb das Förderergebnis konstant. Insgesamt förderte die ISB im Jahr 2014 rund 1.200 Wohneinheiten mit einem Volumen von 67 Millionen Euro. Im Rahmen des Geschäftes mit ISB-eigenen Darlehen hat die Förderbank rund 1.100 Zusagen in Höhe von 64,6 Millionen Euro ausgesprochen. „Wir haben so über 700 Familien in das eigene Zuhause verholfen“, erklärte Dexheimer.

Ausblick
„Die ISB hat im vergangenen Jahr ihr Geschäftsmodell modifiziert, ihre Eigenständigkeit weiter ausgebaut und die Kontakte mit ihren Geschäftspartnern wie den Hausbanken, Multiplikatoren und Privatpersonen intensiviert“, so Barbaro. Um mittelständische Unternehmen noch besser bei ihren Investitionen unterstützen zu können, kooperiert die ISB seit Januar mit der Europäischen Investitionsbank. 200 Millionen Euro stehen zur Finanzierung von Investitionsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen zur Verfügung. Die Förderbank kann so die mittelständischen Unternehmen in Rheinland-Pfalz stärker bei ihren Investitionen unterstützen und auf die unterschiedlichen Finanzierungsanforderungen eingehen. Sowohl in der Wohnraum- als auch in der Wirtschaftsförderung erwartet die ISB durch die eingeführten eigenen Produkte weiterhin ein konstantes Neugeschäft.

„Der Landesregierung ist die ISB ein zuverlässiger und wichtiger Partner, nicht nur in der Umsetzung von Förderprogrammen, sondern auch in deren Ausgestaltung“, ergänzte Barbaro. „Einmal mehr hat die Förderbank gezeigt, dass sie schlank und zukunftsfähig aufgestellt ist und vorausschauend auf die sich ändernden Marktbedingungen reagiert.“

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Claudia Belz
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