SUCCESS 2015: Vorsprung durch Innovation

Wirtschaftsministerium und ISB vergeben Technologieprämien und Sonderprämie „Innovative Produktion – Baustein für zukunftsfähige Industrie“ in Höhe von insgesamt 50.000 Euro

Visionen für die Zukunft entwickeln – und in die Praxis umzusetzen – erfordert Mut und Ausdauer. Fünf Unternehmen, die ihre innovativen Ideen erfolgreich umgesetzt und ein besonderes Engagement in der Forschung und Entwicklung bewiesen haben, zeichneten die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), mit SUCCESS-Technologieprämien aus. Alle Prämienempfänger haben zukunftsweisende Ideen für neuartige Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren entwickelt und erfolgreich vermarktet. Die oftmals jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit und ihr Erfolg im Markt wurden von der ISB jetzt mit insgesamt 50.000 Euro gewürdigt. Die Wirtschaftsministerin vergab in diesem Jahr die Sonderprämie „Innovative Produktion“ an ein Unternehmen, das sich durch die Einführung eines neuen Produktionsverfahrens entscheidend weiter entwickeln und dadurch seinen Umsatz erfolgreich steigern sowie neue Arbeitsplätze schaffen konnte.

„Rheinland-Pfalz verfügt über viele Industrieunternehmen mit hochinnovativen Produktionsverfahren, die ihnen eine starke Wettbewerbsposition ermöglichen“, betonte Lemke. Mit der Vergabe der Sonderprämie „Innovative Produktion“ solle dies an einem gelungenen Beispiel herausgestellt werden und zur Nachahmung ermutigen. Mit Blick auf die Chancen der zunehmenden Digitalisierung der Produktion im Sinn von Industrie 4.0 sei der Blick auf Innovation in der Produktion zunehmend von besonderer Bedeutung. „Hier wollen wir gerade die mittelständischen Unternehmen dabei unterstützen, diese Chancen zu erkennen und wahrzunehmen, damit auch in Zukunft Innovationen ‚made in Rheinland-Pfalz‘ weltweit erfolgreich sind“.

„Den Antrieb, sich nicht nur mit dem Status Quo zufriedenzugeben, sondern Visionen für die Zukunft zu entwickeln und umzusetzen – genau das haben diese Unternehmer gezeigt“, sagte Dr. Ulrich Link in seiner Ansprache. Als landeseigenes Förderinstitut sei es Aufgabe der ISB, diesen unternehmerischen Mut im Rahmen ihrer Programme sowie mit Landesmitteln und mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu unterstützen. Die Technologieprämien seien ein Vorbild für andere Unternehmer im Land und zeigten, welchen hohen Stellenwert die Entwicklung innovativer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen hat. Über das Thema Industrie 4.0 und die sich daraus ergebenden Chancen für den Mittelstand sprach Prof. Dr. Dr. h.c. Detlef Zühlke, Vorstandsvorsitzender der Technologie-Initiative SmartFactoryKL e.V. und Inhaber des Lehrstuhls für Produktautomatisierung an der Technischen Universität Kaiserlsautern.

Technologieprämie: 15.000 Euro

Die MK Technology GmbH, die seit 18 Jahren auf die Herstellung von Vakuumgießanlagen und Spezialanlagen für Gießereien spezialisiert ist, erhielt für die Entwicklung eines Verfahrens zur effizienten Steigerung der Gussqualität die höchste Prämie, 15.000 Euro. Das Grafschafter Unternehmen entwickelte eine praxistaugliche Anlage, mit deren Hilfe nun die unterschiedlichsten Kernstrukturen, aber auch keramische Formteile und Schalen durchgängig und schnell getrocknet werden können. Mit den bislang verkauften Anlagen konnten seit dem Abschluss der Entwicklung 2013 Umsätze von mehr als zwei Millionen Euro realisiert werden. Im Rahmen der Entwicklung arbeitete das Unternehmen eng mit der Fachhochschule Aachen und dem I.F.I. Institut für Industrieaerodynamik GmbH zusammen.

Technologieprämie: 10.000 Euro

Über eine Prämie in Höhe von 10.000 Euro konnte sich die Biffar GmbH & Co. KG aus Edenkoben freuen, die kundenspezifische Tür- und Portallösungen anbietet. Das im Jahr 1958 gegründete Unternehmen entspricht mit seinem neuen Türkonzept nahezu jedem Kundenwunsch hinsichtlich Größe und Design einer geplanten Tür, ohne dabei Abstriche bei der Wärmedämmung und der Sicherheit in Kauf nehmen zu müssen. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ITWM Kaiserslautern. Zum Ende des Jahres 2014 verzeichnete das Unternehmen eine Umsatzsteigerung um 14,5 Prozent und konnte vier zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Technologieprämie: 5.000 Euro

Für die Entwicklung eines elektro- und hydromechanisch gesteuerten Massagesystems für die therapeutische und präventive Behandlung der Rückenmuskulatur im Klinik- und Wellnessbereich erhielt die NM Stahlgeräte GmbH aus Kurtscheid eine Prämie in Höhe von 5.000 Euro. Das innovative Massagesystem NM-Streamline zeichnet sich durch ein anwender- und patientenfreundliches Design sowie Geräuscharmut aus. Die Markteinführung des Massagesystems erfolgte in einer Wellness- und einer medizinisch-therapeutischen Variante. Seit Beginn der Markteinführung 2013 stiegen die Verkaufszahlen stetig und für Ende 2015 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,2 Millionen Euro.

Technologieprämie: 5.000 Euro

Weitere 5.000 Euro gingen an die Wessamat Eismaschinenfabrik GmbH aus Kaiserslautern. Das mittelständische Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Eiswürfel-, Crushed-Ice-, Micro-Cube Ice-, Flockeneis- und Scherbeneisbereiter für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche. Durch das neu entwickelte Dispensersystem gelang es, eine technische Lösung für die industrielle Produktion von großen Mengen an Eiskörpern in hoher Qualität zu realisieren und als Modul in bestehende Maschinenkonzepte zu integrieren. Die erfolgreiche Durchführung des Vorhabens war für Wessamat wichtig, um sich weiterhin langfristig auf dem Weltmarkt im Bereich Hochleistungseisbereiter behaupten zu können. Zwischen April 2013 und Juni 2015 konnten mit dem neuen Dispensersystem Umsätze in Höhe von 620.000 Euro erwirtschaftet werden. Darüber hinaus sind Kundenprojekte mit einem Volumen von mehr als einer Millionen Euro geplant.

Sonderprämie „Innovative Produktion“

Die in diesem Jahr vergebene Sonderprämie „Innovative Produktion“ in Höhe von 15.000 Euro verlieh Wirtschaftsministerin Lemke an die M+C Schiffer GmbH aus Neustadt/Wied. Als rheinland-pfälzischer Hersteller von Zahnbürsten entwickelte sich das im Jahr 1887 gegründete Unternehmen zum „Hidden Champion“. Ein spezielles, innovatives Herstellungsverfahren, die sogenannte Heat Insert Technologie, bei dem eine Entkoppelung der Griff-Fertigung von der Beborstung des Bürstenkopfes erfolgt, ermöglicht die unterschiedlichsten Bürstenkopfformen und -varianten und ist gleichzeitig wirtschaftlicher als die herkömmliche Technik. Neben der Sicherung von bestehenden Arbeitsplätzen konnten durch die neue Technologie 18 neue Arbeitsplätze in der Produktion geschaffen und ein wichtiger Großkunde gewonnen werden. 

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Katrin Kolibius
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