Aufsuchende Beratung startet am 20. April 2022

Künftig sollen im Ahrtal von der Flutkatastrophe betroffene Menschen auch die Möglichkeit erhalten, zu Hause über die bestehenden Hilfs- und Fördermöglichkeiten informiert zu werden.

Hierzu startet zunächst in einer regional begrenzten Pilotphase nach Ostern das Projekt „Aufsuchende Beratung“. „Es gibt nach wie vor Betroffene, die den Weg zu den Info-Points aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geschafft haben und Hilfe bei der Antragstellung oder anderen Dingen benötigen. Genau sie sollen mit Hausbesuchen erreicht und ihnen entsprechende Hilfsangebote vermittelt werden“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die gemeinsam mit Begoña Hermann, Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), sowie Wolfgang Heidinger, Projektleiter Malteser Fluthilfe, das neue Projekt am vergangenen Montag in Kreuzberg vorstellte. Dort beginnen die von der ISB geschulten Beraterinnen und Berater am 20. April die ersten Hausbesuche. Eine wichtige koordinierende sowie aktive Rolle übernimmt hier der Helferstab, der auch für die ISB an den Info-Points im Einsatz ist.

Informationen sind ein entscheidender Bestandteil des Wiederaufbaus. Es wurden Einwohnerversammlungen durchgeführt und eine Telefonhotline eingerichtet. In den zahlreichen Infopoints im gesamten Ahrtal können sich die Menschen Beratung und Unterstützung holen. Dort steht geschultes Personal im Auftrag der ISB bereit. Auch die Kammern und Hilfsorganisationen stellen viele Beratungsangebote bereit. Trotzdem gibt es eine Lücke, die mit diesem Projekt geschlossen werden soll. Mit Hausbesuchen soll auf die Menschen aktiv zugegangen werden, die bisher mit dem bestehenden Beratungsangebot aus den unterschiedlichsten Gründen nicht erreicht werden konnten.

Zeitgleich mit dem Beginn der aufsuchenden Beratungen in den Pilotgemeinden Kreuzberg, Heppingen und der Ortsgemeinde Altenahr wird es die Möglichkeit geben,   über die Telefonnummer 0800 1336666 Hilfe anzufordern, wenn ein Besuch in einem Infopoint nicht möglich ist. Sollte ein Bedarf so dringend sein, dass nicht gewartet werden kann, bis die Aufsuchende Beratung auch bei Ihnen stattfindet, so kann vorab die notwendige Beratung angefordert werden. Die Anfragen werden dann an die zuständigen Stellen weitergeleitet, die sich dann möglichst zeitnah darum kümmern.

Die ISB setzt die Wiederaufbauhilfe um, Anträge können im einem weitestgehend digitalisiertem Verfahren seit September vergangenen Jahres gestellt werden. In den ISB-Infopoints vor Ort erhalten Betroffene Unterstützung bei der Antragstellung. „Wir haben bislang in den Infopoints und an der Beratungshotline mehrere tausend Gespräche geführt und wollen mit der aufsuchenden Hilfe nun das Beratungsangebot ausweiten, um alle Betroffenen zu erreichen“, sagte Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB. Er wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Anträge auf Wiederaufbau bis zum 30. Juni 2023 gestellt werden können.

Die Malteser Fluthilfe hat in den letzten Monaten Fluthilfebüros in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Heppingen), Kreuzberg, Schuld und Trier aufgebaut. Schwerpunkt der Arbeit ist die Beratung von der Flutkatastrophe betroffener Bürgerinnen und Bürgern über generelle Unterstützungs-, aber auch zu konkreten Fördermöglichkeiten wie beispielweise der staatlichen Wiederaufbauhilfe und den dazugehörigen digitalen Anträgen der ISB. „Wir haben bemerkt, vor allem im Gespräch mit den Anwohnern, dass viele aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher Beeinträchtigungen den Gang zu uns oder einen Info-Point scheuen oder das Angebot gar nicht erst kennen. Hier wollen wir mit der sogenannten aufsuchenden Arbeit noch mehr Menschen erreichen“, sagt Wolfgang Heidinger, Projektleiter der Malteser Fluthilfe.

Die rund 1.900 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Ortsgemeinde Altenahr mit den Ortsteilen Altenahr, Altenburg, Kreuzberg und Reimerzhoven wurde durch die Flut stark getroffen. Mehrere Menschen kamen ums Leben; von 660 Häusern wurden 520 geschädigt. „Ich bin sehr froh über die Initiative zur aufsuchenden Beratung, da damit die Menschen erreicht werden können, die bislang noch nicht erreicht wurden", so Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann.

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