Alles digital oder was? Mittelstand im Umbruch

Unternehmer und Experten diskutieren in Annweiler

Ob Industrie 4.0 oder Big Data – die Digitalisierung ist eines der zentralen Wirtschaftsthemen unserer Zeit und führt in vielen Bereichen zu einem tiefgreifenden Wandel. Was das für mittelständische Unternehmen in Rheinland-Pfalz bedeutet und welche Möglichkeiten sich ihnen durch die Digitalisierung eröffnen, war Thema der Veranstaltung „Alles digital, oder was? Mittelstand im Umbruch“, zu der die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium sowie die Sparkasse Südliche Weinstraße als regionaler Partner eingeladen hatten.

Nachdem sich Unternehmer und Experten in zwei Workshop-Runden zu aktuellen Trends, geeigneten Strategien und Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten ausgetauscht hatten, referierte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing zu neuen Geschäftsmodellen, die sich dem rheinland-pfälzischen Mittelstand durch die Digitalisierung eröffnen. „Durch digitale Technologien können Kunden- und Marktpräferenzen schneller ermittelt, Produkte verbessert und individualisiert werden.  Wo bislang lediglich standardisierte Serien hergestellt werden konnten, entstehen heute individualisierte Produkte und Dienstleistungen, die genau auf ihren Nutzer zugeschnitten sind. Das ist eine große Chance für mittelständische Unternehmen“, sagte der Wirtschaftsminister.

Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB, erklärte, wie das Land über die ISB proaktive Maßnahmen unterstützt: „Mittelständische Unternehmen werden immer digitaler“, führte Dexheimer aus. „Deshalb ist es für uns als Förderinstitut für Rheinland-Pfalz wichtig, so viele Digitalisierungsmaßnahmen wie möglich zu fördern – bei kleinen Start-ups mit innovativen Ideen genauso wie bei traditionellen Unternehmen, die den Anschluss an die Zukunft halten wollen. Wir integrieren das Thema in viele unserer Förderangebote.“ Wie genau ISB und Hausbanken erforderliche Investitionen unterstützen und begleiten können, wurde an zwei Praxisbeispielen aus Landau – der Braun Maschinenbau GmbH und der DAUSCH Technologie GmbH – deutlich.

Reinhard Becker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südliche Weinstraße, stellte in seiner Begrüßung fest: „Immer mehr Unternehmen verankern das Thema Digitalisierung in ihrer Geschäftsstrategie, weil ihnen bewusst geworden ist, dass sich das Umdenken lohnt: Für mehr Absatz, für mehr Umsatz, für neue Kunden und für effektivere Prozesse.“

In seinem abschließenden Vortrag „Alles digital, oder was? – Digitalisierung und Innovation im Mittelstand“ betonte Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule und Leiter des Institutes für Innovationsforschung und -management (ifi): „Digitalisierung bietet erhebliches Innovationspotenzial. Doch Digitalisierung hat keinen Selbstzweck. Vielmehr geht es darum, Prozesse besser zu machen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und Produkte mit Mehrwert für den Kunden zu erschließen.“

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Julia Isermenger
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