Im Jahr 1965 blickten deutsche Kinozuschauer gebannt auf die Leinwand, als der Bösewicht Goldfinger einen Laserstrahl auf den gefesselten James Bond richtete. Was damals als Science-Fiction galt, wird heute in abgewandelter Form im Industriealltag eingesetzt. Die GTV-Verschleißschutz GmbH aus Luckenbach im Westerwald hat hierzu ein Verfahren implementiert, um Metalloberflächen widerstandsfähiger und dadurch langlebiger zu machen.
Industriekomponenten werden regelmäßig großer Hitze oder Reibung ausgesetzt. Beim sogenannten „Lasercladding“ – dem Laserauftragsschweißen – wird die Werkstückoberfläche punktgenau angeschmolzen, während gleichzeitig feines Metallpulver eingebracht wird. Beim Erkalten verbindet sich diese als dichte Schutzschicht mit dem Grundmaterial. Im Ergebnis ergibt sich daraus eine Beschichtung, die nicht aufgeklebt, sondern regelrecht eingeschweißt wird.
ISB-Förderung für Forschung und Infrastruktur
Die GTV-Verschleißschutz profitiert von gleich zwei Förderprogrammen der ISB. Rund 850.000 Euro aus dem „InnoTop“-Programm des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums finanzieren das Forschungsprojekt. Das Programm richtet sich gezielt an mittelständische Unternehmen, die ohne eigene Forschungsabteilung anspruchsvolle Innovationsprojekte stemmen wollen.
Parallel dazu wächst der Standort Luckenbach selbst: Über das Landesförderprogramm zur Stärkung strukturschwacher Regionen (REGIO) fließen rund 642.000 Euro in den Bau eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums samt Lagerhalle. Die Förderung setzt voraus, dass sich die Zahl der dauerhaften Arbeitsplätze am Standort um mindestens zehn Prozent steigert in den nächsten Jahren.
Innovatives Verfahren
Das Unternehmen geht nun einen entscheidenden Schritt weiter. Statt eines einzigen Laserstrahls arbeitet die neue Technologie mit sieben einzeln steuerbaren Strahlenelementen, die gemeinsam mit einer Pulverdüse ein optimal abgestimmtes Zusammenspiel erzeugen. Der zentrale Laserstrahl erhitzt das Werkstück und die sechs äußeren Strahlen temperieren das einströmende Metallpulver.
Die große Neuerung ergibt sich daraus, dass Pulver und Werkstück gleichmäßiger verschmelzen, die Beschichtung somit besser haftet und der Materialnutzungsgrad auf über 90 Prozent steigt. Eine solche Kombination existiert auf dem europäischen Markt bislang nicht und das Verfahren eignet sich sowohl für Serienteile wie im Automobilbereich als auch für aufwendige Einzelfertigungen.