Veranstaltung "Pioniergeist Preisverleihung 2017"

Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstands der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), Simone Schelberg, Landessenderdirektorin des Südwestrundfunks und Hans-Joachim Metternich, (v.l.n.r.) vor Beginn der Veranstaltung.

In seiner Begrüßung erklärte Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstands der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), dass Pioniere mit ihren Innovationen für unsere Wirtschaft sehr wichtig sind und sie deshalb unterstützt werden müssen.

Im Talk zwischen Dr. Volker Wissing, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz und Martin Seidler, Moderator, ging der Minister darauf ein, welche Mittel und Wege die Landesregierung nutzt um das Thema Selbstständigkeit in Rheinland-Pfalz zu stärken und die Gründerzahlen wieder zu steigern.

In seinem Vortrag präsentierte Mirko Drotschmann, Journalist, Produzent, Blogger und Inhaber der Produktionsfirma Objektiv Media, historische Gründungen und welche Lehren man aus ihnen ziehen kann. Im Talk mit Moderator Martin Seidler berichtete er dann auch von seiner eigenen Erfolgsgeschichte.

Den Vortrag von Mirko Drotschmann zum Thema „historische Gründungen und welche Lehren man daraus ziehen kann“ verfolgten Martin Seidler, Moderator, Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstands der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), Dr. Volker Wissing, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, Uwe Abel, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Volksbank eG und Simone Schelberg, Landessenderdirektorin des Südwestrundfunks (v.l.n.r.), gespannt.

Klaus Wächter, Vorsitzender des Business Angels e.V., zeichnete den Sonderpreis „Beste Gründungsidee“ aus. Der Verein beteiligt sich an Start-ups, in dem er Kapital, Netzwerk oder Know-how an die Unternehmen weitergibt.

Den Sonderpreis, dotiert mit 5.000 Euro, gewann das Unternehmen Flyingshapes für die Entwicklung und den Vertrieb einer Virtual Reality-Anwendung für rechnerunterstütztes Konstruieren (CAD – Computer-Aided Design) im Produktdesign. Durch diese Anwendung ist es zum Beispiel möglich, Modelle von Maschinen digital am Computer herzustellen und nicht mehr von Hand mit Ton.

Die 11 Nominierten Unternehmen Innocow GmbH, A+ Composites GmbH, NoLeaf GmbH, VESATEC, Julie Soléy GmbH, EYEVIDO GmbH, Manus Leyendecker GmbH, Gekutec, blueAlpha GmbH, Flyingshapes und Patrick Roth, Jan-Hendrik Träger und Ingmar Fröhlich erfuhren erst am Abend selbst, welche die 4 Gewinner sind.

Mit dem dritten Platz und einem Preisgeld 5 .000 Euro wurde Franziska Bechberger-Gaber (mitte) mit ihrer NoLeaf GmbH ausgezeichnet. Sie überzeugte die Jury mit einem Kompressionsstrumpf für Sportpferde. Der Preis wurde von Simone Schelberg, Landessenderdirektorin des Südwestrundfunks, (links) und Dr. Volker Wissing, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, übergeben.

Der Preis für den Zweitplatzierten wurde von Wirtschaftsminister Volker Wissing und Uwe Abel, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Volksbank eG, an die A+Composites GmbH überreicht. Sie wurde mit einem Preisgeld von 10.000 Euro für ihr Fertigungsverfahren individueller Verbundstoffe ausgezeichnet.

Auf dem ersten Platz mit einem Preisgeld von 15.000 Euro landete in diesem Jahr die Innocow GmbH aus Kaiserslautern. Der Preis für ihr automatisiertes Gesundheitsdiagnosesystem für Milchkühe wurde von Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstands der Investitions- und Strukturbank und Dr. Volker Wissing, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, überreicht.

Für ein gemeinsames Gruppenfoto zum Abschluss der Veranstaltung „Pioniergeist 2017“ versammelten sich alle Gewinner, Nominierten, Referenten und Veranstalter auf der Bühne.

Den Stehempfang nach der Verleihung nutzen alle Gäste die Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Fotobox von der CamGag PhotoBooth hat bei sehr vielen Gästen für Spaß gesorgt. Bildnachweis: ISB/Alexander Sell.

Die Umsetzung der eigenen Geschäftsidee ist nicht immer leicht und oftmals mit Hindernissen verbunden. Neben einem strukturierten Businessplan und einer vielversprechenden Idee kommt es vor allem auch auf die Leidenschaft und das Durchhaltevermögen der Gründer an. Bereits zum 19. Mal würdigen die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), der SWR und die Volksbanken Raiffeisenbanken in Rheinland-Pfalz innovative Ideen und gelungene Konzepte, mit denen mutige Jungunternehmer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Die Schirmherrschaft des Wettbewerbs übernahm das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium, vertreten durch Minister Dr. Volker Wissing.

Mit dem ersten Platz und einem Preisgeld von 15.000 Euro wurde in diesem Jahr die Innocow GmbH aus Kaiserslautern ausgezeichnet. Entgegengenommen wurde der Preis durch den Geschäftsführer Sebastian Baumbach. Bei dem Siegerprojekt handelt es sich um die Entwicklung eines automatisierten Gesundheitsdiagnosesystems für Milchkühe, welches deren Lebensbedingungen und die wirtschaftliche Situation für die Landwirte nachhaltig verbessern soll. Das automatisierte System erfasst die Vital- und Aktivitätsdaten der Kühe in Echtzeit über ein Halsband und analysiert diese mit selbstlernenden Algorithmen. Dadurch können Krankheiten frühzeitig erkannt werden, was die Gesundheit der Tiere schützt und den Landwirten unnötige Behandlungskosten ersparen kann. Die Jury war besonders vom Marktpotenzial der Entwicklung beeindruckt, das in dem Produkt steckt. Außerdem unterstützt Innocow die Gesundheit der Kühe und unterstützt die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft nachhaltig.
Der zweite Platz und das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurden überreicht von Wirtschaftsminister Volker Wissing und – als Vertreter der Volksbanken Raiffeisenbanken in Rheinland-Pfalz – Uwe Abel, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Volksbank eG. Prämiert wurde die Weselberger A+Composites GmbH – vertreten durch Markus Brzeski. Besonders beeindruckt war die Jury bei diesem Preisträger von dem Fertigungsverfahren individueller Verbundstoffe. Durch die innovative Zusammenführung von Fasern und Kunststoffen und deren selektiver Erwärmung während der Verarbeitung, können deutlich höhere als am Markt übliche Verarbeitungstemperaturen eingesetzt werden, ohne das Material zu beschädigen. A+Composites setzt mit seiner patentierten Verfahrensinnovation für die Verarbeitung endlosfaserverstärkter Kunststoffe in der Herstellung von Leichtbauteilen bei den zwei Kostentreibern Materialkosten und Automatisierungsgrad an. Somit wird das junge Unternehmen den ständig steigenden Anforderungen an Kostenersparnis und Ressourceneffizenz im industriellen Umfeld gerecht.
Auf den dritten Platz mit einem Preisgeld von 5.000 Euro schaffte es Franziska Bechberger-Gaber mit ihrer NoLeaf GmbH. Durch ihre beeindruckende Persönlichkeit kombiniert mit der gut durchdachten Unternehmensidee zur Entwicklung eines Kompressionsstrumpfes für Sportpferde schaffte es die Unternehmerin, die Jury zu überzeugen. Nach vierjähriger Entwicklungsphase hat Frau Bechberger-Gaber den Strumpf entwickelt, der den notwendigen therapeutischen Ansprüchen entspricht und tatsächlich Lymphflüssigkeit und Blut trotz langer Standzeiten der Pferde wieder in Richtung des Herzens leitet. Dabei mussten verschiedene Hürden genommen werden, die einen langen Beobachtungs- und Entwicklungsprozess erfordern. NoLeaf soll potentiellen Kunden zunächst nur auf dem Markt der Westernpferde angeboten werden und der Vertrieb erfolgt zunächst direkt über Tierarztpraxen.
Einen Sonderpreis, dotiert mit 5.000 Euro, gab es für die „beste Gründungsidee“, verliehen durch den Business Angel e.V.. Der Verein beteiligt sich an Start-ups, in dem er sein Kapital, Netzwerk oder Know-how an die Unternehmen weitergibt. Vereinsvorsitzender Klaus Wächter prämierte die Idee des Mainzers Johannes Mattmann. Seine Geschäftsidee besteht in der Entwicklung und dem Vertrieb einer Virtual-Reality-Anwendung für rechnerunterstütztes Konstruieren (CAD – Computer-Aided Design) im Produktdesign. Das Produkt verringert die Notwendigkeit der Fertigung von Modellen und beschleunigt gleichzeitig den kreativen Prozess der Formfindung, wodurch wiederum der gesamte Designprozess gestrafft wird. Die Möglichkeit der Zusammenarbeit in einem cloud-basierten, virtuellen "Designstudio" ermöglicht zusätzliche Optimierungen für die Kunden. Die Verfügbarkeit günstiger Virtual Reality-Technik ermöglicht erstmals die Konzeption einer derartigen Software, die sich auch an kleine Designstudios und Freiberufler richtet.

Für den Pioniergeist waren weiter nominiert: Vesatec von Birgit und Mario Hofmann mit der Entwicklung einer Technik zur Digitalisierung von umbautem Raum mittels 3-D-Panorama-Kameras und 3-D-Laserscans, Julie Soléy GmbH von Carsten Conrad mit der Erfindung einer vollautomatischen Sonnenschutz-Dusche, Eyevido GmbH von Dr. Tina Walber mit der Entwicklung einer Softwarelösung, mit der hochqualitative Eyetracking-Studien im Usability- und Marketingberiech schneller durchgeführt werden können. Weiterhin: Gekutec von Kay Geisner mit der Entwicklung einer Halteaufnahme für Roboter und Handlinggeräte, Frei-Lauf von Manus Leyendecker mit der Erfindung eines Duschabflusses, der Haaren keine Möglichkeit mehr bietet, sich festzusetzen. blueAlpha GmbH von Thomas Wollny mit der Entwicklung einer  Softwareproduktfamilie zur Verwaltung von Artikelstammdaten und Preiskatalogen für strategische Einkaufsgemeinschaften und Krankenhäuser. Mit der Software können Beschaffungsprozesse im Gesundheitswesen optimiert und gesteuert werden. StomAware von Patrick Roth mit der Erfindung eines Systems, durch das Menschen mit künstlichen Darmausgang über das Smartphone den Füllstand des Auffangbeutels überprüfen können.

Bei der Veranstaltung hatten die Teilnehmer auch die Gelegenheit, an einem Vortrag von Mirko Drotschmann teilzunehmen. Der Journalist und Unternehmer ist unter anderem Reporter und Moderator des Geschichtsmagazins MDR-Zeitreise. Seit 2012 betreibt er zudem seinen eigenen Videoblog mit einem YouTube-Kanal als MrWissen2go, auf dem er sich mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Phänomenen beschäftigt. In einem Kurzvortrag hat Drotschmann historische Gründungen unter die Lupe genommen und erklärt, welche Lehren man daraus ziehen kann.
Nach der Preisverleihung hatten die Gäste Gelegenheit zum Networking beim Stehempfang. 

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