Großes Wachstum mit kleinen Löchern

Andreas und Matthias Ring stellen tonnenschwere Maschinen her

Früher war die Ring Maschinenbau GmbH in Pirmasens vor allem in der Schuhmaschinenfabrikation tätig. Heute stehen ihre Maschinen bei vielen großen Autoherstellern. 

Löcher im Leder – das ist es, was der Kunde will. Tausende Löcher, exakt angeordnet, winzig klein, mal in einer Reihe, mal als Muster. Später werden mit dem fein durchlöcherten Textil dann zum Beispiel Autositze bezogen, und zwar solche, auf denen man nicht schwitzt – den Löchern sei Dank. Dieses professionelle Durchlöchern von Stoffen heißt „Per­foration“, und genau darin sind die Brüder Andreas und Matthias Ring Spezialisten. Seit Jahren baut ihre Ring Maschinenbau GmbH Perforiermaschinen und verkauft sie von Pirmasens aus in alle Welt. „Da gehören wir zu den Marktführern“, erklärt Andreas Ring. So werden bei ihnen Maschinen geordert, die Stoffe direkt von der Rolle perforieren können oder auch schon zugeschnittenes Material – ganz nach Kundenwunsch. In der Regel kommen die Maschinen nicht „von der Stange“, sondern werden genau nach Bedarf gebaut. 

Bereits in den 1930er-Jahren hatte ein Großonkel der Ring-Brüder das Unternehmen gegründet, später an deren Vater übergeben. Zunächst war man auf Maschinen für Schuhmacher spezialisiert, Pirmasens war damals ein Zentrum der Schuh-Industrie in Deutschland. Dann begann die Expansion des Unternehmens, die bis heute anhält: In den 1950er-Jahren kam der Bau der Perforiermaschinen hinzu, zusätzlich übernimmt Ring mittlerweile auch Auftragsarbeiten, durchlöchert Textilien für Unternehmen, die sich keine eigenen Maschinen leisten können oder wollen. Eine Sparte ist für Gerbereimaschinen zuständig, eine andere für Prägemaschinen. Im Bereich von Stanz­maschinen gehört Ring Maschinenbau mittlerweile zu den Größen auf dem Markt, auch dort ist die Auto­mobilbranche der größte Auftraggeber. „Autohersteller brauchen zum Beispiel Kunststoffabdeckungen für Kofferraumabdichtungen oder als Isolierplatten für den Motorraum“, erklärt Matthias Ring. „Die müssen in einer genau vorgegebenen Form aus dem Material gestanzt werden, und dazu bauen wir die Maschinen.“ 

Wir refinanzieren zu günstigen Konditionen, die wir an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben.

Anja Geyer
Kreditsachbearbeiterin ISB

Für all diese Arbeiten brauchen die Ring-Brüder Platz – immer mehr Platz. Derzeit betreiben sie zehn Hallen allein am Standort Pirmasens, eine große Montagehalle ist gerade fertig geworden. Gefördert wurde dieser Neubau von der ISB, mit der Ring Maschinenbau immer wieder zusammenarbeitet. „Die Halle wurde nach den aktuellen Umweltrichtlinien gebaut, deshalb konnten wir sie mit einem Darlehen über den Effizienz­kredit RLP fördern“, erklärt Anja Geyer, Kreditsach­bearbeiterin bei der ISB. Dieses Programm ist für klima- und umweltfreundliche Projekte von Unter­nehmen mit bis zu 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gedacht. Es wird von der Europäischen 

Investitionsbank EIB refinanziert – das bedeutet, dass die ISB dort die Finanzmittel für solche Projekte ab­rufen kann, um sie besonders günstig an die Unternehmen weiterzugeben. „Die ISB-Förderkredite werden bankmäßig refinanziert“, erklärt Anja Geyer. „Hierfür arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen, etwa der KfW, der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder eben der EIB.“ Für die Unternehmen ist die jeweilige Hausbank erste Ansprech- und direkte Vertragspartnerin. Diese erhält die Mittel von der ISB  – wie auch im Fall der neuen Montagehalle von Ring. 

„Es klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber in unserer Branche bedeutet Stillstand wirklich Rückschritt“, erklärt Andreas Ring. „Wir müssen expandieren, immer auf dem neuesten Stand sein und Innovationen anbieten, sonst sind wir irgendwann nicht mehr konkurrenzfähig.“ So entwickelt sich Ring auch im Kerngeschäft, der Produktion von Perforiermaschinen, kontinuierlich weiter. Noch immer kommen die größten Kunden aus der Automobilindustrie, doch längst werden in Pirmasens auch Maschinen hergestellt, die Materialien für Lärmschutz perforieren oder Textilien, aus denen Anzüge für Skispringer gefertigt werden. Und in jüngster Zeit hat das Familienunternehmen auch in der Medizinbranche Fuß gefasst: mit der Perforierung von Pflastern gegen Brandverletzungen. Damit die Wunden atmen und besser heilen können, brauchen sie Luft. Und die kommt durch kleine Löcher – Löcher made by Ring Maschinenbau.  

Wenn die ISB Kredite an Unternehmen oder Wohnungseigentümer vergibt, dann müssen diese refinanziert werden: Besonders eng arbeitet sie mit der KfW, der EIB und der Landwirtschaftlichen Rentenbank zusammen. In Kürze wird eine Zusammenarbeit mit der CEB hinzukommen, der Ent­wicklungsbank des Europarates. 

Bei der Zusammenarbeit mit der KfW fährt die ISB zweigleisig: Einerseits werden Programmkredite refinanziert, die dabei von den besonders günstigen Konditionen der KfW profitieren. Andererseits bekommt die ISB allgemeine Refinanzierungsmittel für Projektfinanzierungen von der KfW. Ebenfalls niedrige Zinsen verlangt die Landwirtschaftliche Rentenbank bei der Refinanzierung, dieses Geld darf die ISB allerdings nur für Projekte im ländlichen Raum weitergeben. Über die Europäische Investitionsbank schließlich bekommt die ISB ebenfalls Mittel für verschiedene Förderprogramme für kleine und mittlere sowie für Mid-Cap-Unternehmen mit bis zu 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allgemeine Refinanzierungsmittel.

Auch mit den anderen Landesförderinstituten gibt es eine intensive Zusammenarbeit, beispielsweise bei der Innovationsfinanzierung mit Einbindung des Europäischen Investitionsfonds. 

Die Endkundinnen und Endkunden haben keinen direkten Kontakt zu den Finanzierungspartnerinnen und -partnern der ISB – für sie tauchen diese nur im Kleingedruckten des Kreditvertrags auf, den sie mit der Hausbank oder der ISB schließen. Und natürlich in Form von besonders niedrigen Zinsen, von denen sie profi­tieren.