Industrie hat für Rheinland-Pfalz hohe Bedeutung

Die Industrie in Rheinland-Pfalz ist für 26 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung verantwortlich. Das bedeutet Platz vier im Bundesländer-Vergleich. Dies geht aus dem Industriekompass 2017/18 hervor, den Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Marcel Hürter, Präsident des Statistischen Landesamtes, am Mittwoch vorstellten.

Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing (links im Bild) und StaLa-Präsident Marcel Hürter (rechts im Bild) Quelle: Wirtschaftsministerium RLP

„Rheinland-Pfalz gehört zu den führenden Industriestandorten, national wie auch international. Die Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist dafür zu sorgen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Für die Industrieentwicklung sind drei Punkte besonders relevant: Fachkräftesicherung, Verkehrsinfrastruktur und Digitalisierung“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing bei der Präsentation des Industriekompass Rheinland-Pfalz 2017/18 in Mainz.
Der Kompass zeige einmal mehr die große Bedeutung, die der Industrie in Rheinland-Pfalz zukomme. Die Industrie in Rheinland-Pfalz sei ganz unmittelbar für 26 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung verantwortlich – in der Europäischen Union seien es im Durchschnitt 16 Prozent, sagte Wissing.
Das Fazit des Ministers: „Der Industrie geht es gut.“ Denn zwischen 2008 und 2016 seien die Umsätze der rheinland-pfälzischen Industrie kräftig gewachsen (+12 Prozent), und zwar deutlich stärker als die der deutschen Industrie (+6,8 Prozent).
StaLa-Präsident Hürter zeigte sich optimistisch, dass die gute Entwicklung weitergeht: „Die Entwicklung der Auftragseingänge lässt hoffen, dass Produktion und Umsatz in den kommenden Monaten in fast allen Bereichen weiter steigen werden.“
In der Industrie in Rheinland-Pfalz gibt es laut Kompass rund 363.000 Erwerbstätige, die im Jahr 2016 knapp 33 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung erwirtschafteten. Das macht je Erwerbstätigen knapp 87.700 Euro.

Ludwigshafen, Koblenz, Mainz und Germersheim

Der Industriekompass gibt ebenso Aufschluss über die Verteilung der Industrieunternehmen im Land. So lässt sich eine Konzentration der Industrie entlang des Rheins und im Westerwald feststellen. Die Arbeitsmarktregion Ludwigshafen ist mit Abstand der größte Industriestandort: In den Städten Ludwigshafen, Frankenthal, Neustadt und Speyer sowie in den Landkreisen Bad Dürkheim und Rhein-Pfalz-Kreis arbeiten zusammen rund 19 Prozent der Erwerbstätigen der Industrie in Rheinland-Pfalz. Am zweitgrößten Industriestandort, der Arbeitsmarktregion Koblenz (Stadt Koblenz, Landkreis Mayen-Koblenz sowie Rhein-Lahn-Kreis), sind es immerhin zehn Prozent.
Einige Branchen haben ausgeprägte regionale Schwerpunkte: Während sich die Chemieindustrie in der Region Ludwigshafen konzentriert, ist der wichtigste Standort der Pharmabranche die Region Mainz-Bingen. Der bedeutendste Standort der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie in Rheinland-Pfalz ist die Region Germersheim.

Trier und Pirmasens

Eine räumlich starke Konzentration findet sich zudem in einigen kleineren Branchen. So hat die Tabakverarbeitung in der Arbeitsmarktregion Trier ihren Hauptstandort. Die Leder- und Schuhindustrie konzentriert sich in der Region Pirmasens und für die Textilindustrie ist der wichtigste Standort die Region Kaiserslautern.
Der Schwerpunkt der rheinland-pfälzischen Industrie insgesamt liegt im Bereich der Vorleistungsgüter, mit denen mehr als die Hälfte der Umsätze erzielt werden. Die umsatzstärkste Branche ist die Chemische Industrie mit einem Anteil von 28 Prozent an den Erlösen der rheinland-pfälzischen Industrie. Weitere umsatzstarke Bereiche der Vorleistungsgüterindustrie sind die Gummi- und Kunststoffindustrie (6,3 Prozent) und die Herstellung von Metallerzeugnissen (5,3 Prozent).
Zwei der zehn umsatzstärksten Branchen gehören zur Investitionsgüterindustrie, die insgesamt einen Anteil von 29 Prozent an den Umsätzen der rheinland-pfälzischen Industrie hat. Die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen trägt 14 Prozent zu den gesamten Industrieumsätzen bei. Der Maschinenbau kommt auf zehn Prozent – und er entwickelt sich erfreulich. Mit einem Umsatzzuwachs von rund 15 Prozent gegenüber 2008 wuchs die Branche stärker als im deutschen Durchschnitt, hier waren es nur +8,1 Prozent.
Weitere zwei der zehn umsatzstärksten Branchen gehören zur Konsumgüterindustrie. Die Nahrungs- und Futtermittelindustrie hat einen Anteil von fünf Prozent an den Industrieumsätzen in Rheinland-Pfalz und wuchs seit 2008 um 9,2 Prozent. Der Pharmabereich trägt 4,8 Prozent zum gesamten Umsatz bei. Die Pharmaindustrie ist mit +37 Prozent seit 2008 sehr stark gewachsen (Deutschland: +24 Prozent).
Die Exportquote von 53 Prozent in 2016 zeigt, dass die Industrie in Rheinland-Pfalz international besonders wettbewerbsfähig ist. Fünf der zehn umsatzstärksten Branchen erwirtschaften mehr als die Hälfte ihrer Erlöse im Ausland.

Der vollständige Industriekompass 2017/18 kann angesehen werden unter www.industriekompass.rlp.de

 

 

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