Forschung und Innovation

Forschung und Innovation ganz groß: Chemie- und Pharmaindustrie

Moderne Kunststoffe und Pflanzenschutzmittel von BASF, Medikamente für Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen von Boehringer Ingelheim – das sind nur zwei Beispiele eines beeindruckenden Portfolios der beiden Weltunternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz. Chemie- und Pharmaindustrie blicken auf eine mehr als hundertjährige erfolgreiche Tradition zurück.

Hier stimmt die Chemie! Im Vergleich zur deutschen Chemieindustrie hat die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich viele Beschäftigte je Betrieb, rund zehn Prozent mehr Umsatz je Beschäftigten, deutlich mehr Umsatz je Betrieb und eine ähnlich hohe Lohn- und Gehaltsquote. Infolgedessen erzielte die chemische Industrie im Jahr 2013 einen Umsatz von 8.620 Euro pro Einwohner – das ist mehr als in jedem anderen Land in Deutschland. 

In Ludwigshafen betreibt die BASF den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt. Auch die Pharmaindustrie ist in Rheinland-Pfalz erfolgreich: Schließlich ist Boehringer Ingelheim das größte deutsche forschende Pharmaunternehmen. Und Abbott in Ludwigshafen unterstreicht die Qualität dieser Branche am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz.

Doch nicht nur die großen Vorzeigeunternehmen bei Chemie und Pharma im Land verkörpern Forschungs- und Innovationsgeist. Viele kleine und mittlere Unternehmen sorgen dafür, dass in dieser Branche mit fast 59.000 Beschäftigten eine Exportquote von 68 Prozent erreicht wird. 

Die Zukunftsbranche Biotechnologie, die eng mit Chemie und Pharma verbunden ist, entwickelt sich im Land rasant. Besonders rund um Mainz nutzen junge innovative Biotech-Unternehmen und Spin-offs der Universität Mainz die Infrastruktur von Technologiezentren sowie das gute wissenschaftliche Umfeld als Ideenquelle und Katalysator. Besonders hervorzuheben ist auch das rheinland-pfälzische Spitzencluster für Individualisierte Immunintervention (CI3). Das Netzwerk bündelt die hervorragende Expertise im Bereich Arzneimittel, Therapieansätze und Diagnostika auf dem Gebiet der Individualisierten Immunintervention mit dem Ziel, dieses an die internationale Spitze zu führen. 

Effizient und erneuerbar: Mit Energie in die Zukunft

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Kompetenz dazu ist in Rheinland-Pfalz zu Hause, denn Umwelttechnologien spielen hier im Land eine immer größere Rolle. Das Spektrum der Unternehmen, die sich auf den nationalen und internationalen Märkten tummeln, ist ebenso breit wie innovativ. Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Altlastensanierung, Emissionsschutz, Energieerzeugung und -management, produktionsintegrierte Umwelttechnik und Wasser-/Abwasserbehandlung gehören zum Kerngeschäft.

Rheinland-Pfalz steht für ressourcenschonende, intelligente Stoffstromkreisläufe, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Umwelttechnikprojekte werden in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umwelt-Campus Birkenfeld der Fachhochschule Trier realisiert – übrigens einer der außergewöhnlichsten Hochschulstandorte in Deutschland! Denn das interdisziplinäre Studium absolvieren die Studierenden an der europaweit einzigartigen „Zero-Emission-University“. Dafür sorgen ein ökologisches Baukonzept, eine CO2- neutrale Energie- und Wärmeversorgung und modernste Gebäude- und Anlagentechnik. 

Apropros null Emission: Weilerbach in der Pfalz ist das „Zero-Emission-Village“. Diese Gemeinde setzt mit Erfolg auf eine weitgehend CO2-neutrale, 100-prozentige regenerative Energieversorgung ihrer 14.700 Einwohner. Ebenso zeigt die Morbacher Energielandschaft, was Innovation heißt: Dort werden Windkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen mit der regionalen Land- und Forstwirtschaft sowie dem produzierenden Gewerbe vernetzt. Besucher sind herzlich willkommen! 

Schott sorgt bei der Nutzung der Solarenergie für Fortschritte. Der Konzern ist weltweit Markt- und Technologieführer bei der neuesten Generation von Receivern für solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerke. Die juwi-Gruppe zählt zu den führenden Projektentwicklern und Betreibern von Photovoltaik-, Biomasse- und Windkraftanlagen. Ebenso bietet Rheinland-Pfalz beste Voraussetzungen für die Geothermie. Deshalb wurde zur geothermalen Energienutzung in der Stadt Landau der Testbetrieb eines Erdwärmekraftwerkes gestartet.

Stoffliche Wiederverwertung ist das Ziel der Kreislaufwirtschaft. Hoch spezialisierte Unternehmen für Glas-, Kunststoff- oder auch Metallrecycling haben sich seit Jahren etabliert. Die Theo Steil GmbH zum Beispiel betreibt im Trierer Hafen einen der modernsten Stahl- und Metallrecyclingbetriebe Deutschlands.

Heiß und Edel: Werkstoff- und Oberflächentechnologie

Metall, Keramik und Kunststoff sind im nördlichen Rheinland-Pfalz die Stoffe, aus denen die Zukunft gemacht wird. Diese Region entwickelt sich zur führenden Innovationsregion dieser Branchen. Insbesondere die Feuerfestindustrie im Bereich der Keramik bietet ein hohes Entwicklungspotenzial und spielt eine zentrale Rolle zum Beispiel in der Stahlproduktion, der Zementindustrie, der Glasindustrie oder der Müllverbrennung.

In Höhr-Grenzhausen ist bis Ende 2012 das Europäische Zentrum für Feuerfeste Werkstoffe – das ECREF European Centre for Refractories - entstanden. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für anorganische Werkstoffe, Glas/Keramik und der Hochschule Koblenz, Fachrichtung Werkstofftechnik, Glas und Keramik hat sich damit im nördlichen Rheinland-Pfalz ein zukunftsweisendes Kompetenzzentrum etabliert.

Der Innovationscluster Metall-Keramik-Kunststoff hat sich zur Aufgabe gemacht, sowohl die einzelnen Branchen zu stärken als auch Anstöße zur Neuentwicklung von hybriden Werkstoffen zu geben. Rheinland-Pfalz präsentiert sich schon heute als innovativer Standort der modernen Werkstoff- und Oberflächentechnologie.

Mit den von Schott entwickelten Ceran®-Glaskeramik- Kochflächen wurde das Kochen weltweit revolutioniert und der Werkstoff Glaskeramik in einer völlig neuen Verwendung eingesetzt. Bei Schott in Mainz wird Glaskeramik auch für viele andere technologisch interessante und zukunftsträchtige Anwendungsgebiete hergestellt, z. B. für Spiegelträger in der Astronomie. So bestehen die Hauptspiegel des Very Large Telescopes in Chile aus Zerodur®-Glaskeramik. Mit einem Durchmesser von 8,2 m und einem Gewicht von jeweils 23 Tonnen sind es die größten Glaskeramik-Monolithe, die jemals hergestellt wurden.

Am Edelsteinstandort mit Weltruf, dem „World Center of Coloured Stones“ Idar-Oberstein, werden Rohprodukte aus Südamerika, Afrika, Asien und Australien verarbeitet. Idar-Oberstein ist weltweit das einzige Zentrum, in dem alle Arten von Edelsteinen geschliffen und gehandelt werden. Der Standort zeichnet sich durch ein hohes technisches und wissenschaftliches Knowhow aus, getragen von Unternehmen, weltweit führenden Forschungsinstituten, Fachschulen, Verbänden und nicht zuletzt dem Deutschen Edelsteinmuseum. Die Deutschen Edelsteinlaboratorien Idar-Oberstein (DEL) fertigen Expertisen für Kunden in aller Welt an.

Alles dreht sich um Mobilität: Fahrzeugproduktion „Made in Rheinland-Pfalz“

Das Cockpit aus Wörth, die Sitze aus Rockenhausen und der Katalysator aus Edenkoben: Das ist Fahrzeugproduktion „Made in Rheinland-Pfalz“. Mehr als 100 Unternehmen entwickeln, optimieren und produzieren Komponenten vom Bremsbelag über hydraulische Stoßdämpfer bis hin zu Motorteilen und Blechen. Aus Rheinland-Pfalz gehen diese Produkte in die ganze Welt.

Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes während der vergangenen Jahrzehnte geprägt. Sie ist nach der chemischen Industrie der wichtigste Industriezweig in Rheinland-Pfalz.

Die innovative Kompetenz rund um die Nutzfahrzeugproduktion noch besser anwenden und entwickeln – das ist die Aufgabe des Commercial Vehicle Cluster (CVC). Inzwischen engagieren sich 77 Partnerorganisationen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung im CVC. Vieles dreht sich dabei um die Technische Universität Kaiserslautern. Das Ziel der Initiative ist klar formuliert: Es geht darum, der Nutzfahrzeugindustrie im Südwesten Deutschlands eine europäische Spitzenposition zu verschaffen. Zum Wohle aller und für eine optimale Entwicklung insbesondere der mittelständischen Zulieferunternehmen am Standort Rheinland-Pfalz.
 
Unterstützt wird dieses Ziel durch den Themenschwerpunkt „Digitale Nutzfahrzeugtechnologie“ (www.fraunhofer.de), den die beiden rheinland-pfälzischen Fraunhofer-Institute in Kooperation mit Unternehmen aus der Region bearbeiten. Das Ziel des Fraunhofer-Innovationsclusters „Digitale Nutzfahrzeugtechnologie“ (DNT) ist es, die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen für den Einsatz von Informationstechnik im Nutzfahrzeugbereich zu stärken

Wichtiger Wachstumstreiber und bedeutender Beschäftigungsmotor: Gesundheitswirtschaft in Rheinland-Pfalz

Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den bedeutenden Sektoren unserer Volkswirtschaft und wird einer der wesentlichen Wachstumstreiber für die Zukunft sein. Die drei Impulsgeber – der medizinisch technologische Fortschritt, das stärkere Gesundheitsbewusstsein und die steigende Lebenserwartung – haben neue Werte und Prioritäten geschaffen, die ein erhebliches Potenzial für neue Angebote, Produkte oder Dienstleistungen in der Gesundheitswirtschaft bedeuten.

Mit der Erschließung neuer Gesundheitsmärkte, der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie technischer Innovationen leistet die Gesundheitswirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und Erneuerung der Wirtschaftsstruktur des Landes Rheinland-Pfalz. Auch wird die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zunehmend zu einem Standortfaktor. Investitionen in die Gesundheitserhaltung und -förderung sichern nicht nur die wirtschaftliche Produktivität, sondern auch das gesellschaftliche Wohlergehen unseres Landes.

Schon jetzt bildet die Gesundheitswirtschaft eine tragende Säule für die heutige Stärke und die zukünftige Entwicklung von Rheinland-Pfalz. Jeder siebte Euro wird inzwischen in dieser Branche in Rheinland-Pfalz erwirtschaftet und nahezu jeder siebte Erwerbstätige ist mittlerweile in diesem Bereich tätig. Die Bruttowertschöpfung belief sich 2010 auf rund 14,7 Mrd. Euro und wurde in Rheinland-Pfalz von fast 13.000 Anbietern aller Teilmärkte der Gesundheitswirtschaft erbracht.

Mit der Förderung der sektor- und branchenübergreifenden Zusammenarbeit und Vernetzung von Kooperationspartnern sollen neue Produkte und innovative Dienstleistungen entwickelt werden, die dazu beitragen, Wertschöpfung und Beschäftigung zu stärken sowie die medizinische Versorgung auf weiterhin hohem Niveau zu gewährleisten. Die Vorzeichen stehen weiterhin auf Wachstum: Bis 2020 ist mit einer Steigerung um weitere 12,1 % bei der Bruttowertschöpfung und bei den Erwerbstätigenzahlen von 18,8 % zu rechnen. Insgesamt sehr gute Voraussetzungen, um den Zukunftsmarkt Gesundheitswirtschaft mit seinem hohen Innovations-, Wachstums- und Beschäftigungspotenzial in Rheinland-Pfalz erfolgreich voranzubringen. 

  • 21.06.2016

    Bewerben für Innovationspreis Rheinland-Pfalz 2017 ...mehr >

  • 19.06.2016

    Bewerbungsphase für SUCCESS 2016 - jetzt noch bewerben! ...mehr >

  • 18.06.2016

    Pioniergeist 2016 - jetzt bewerben! ...mehr >

  • 27.06.2016

    „Wege zu einem bezahlbaren Wohnen und Bauen in Rheinland-Pfalz – Initiativen und Förderprogramme praxisnah", Trier ...mehr >

  • 29.06.2016

    "ISB Gründertag", Mainz ...mehr >

  • 30.06.2016

    "Jahreskongress der Energieagentur", Mainz ...mehr >